50 years YFU Switzerland
HÄUFIGE FRAGEN
Auf dieser Seite haben wir die meistgestellten Fragen und deren Antworten rund um das Gastfamilienprogramm zusammengestellt. Sie können diese Seite auch als PDF (70KB) herunterladen.

Die Mehrheit unserer Austauschschüler sind junge Frauen. Wir verwenden deshalb hier der Einfachheit halber nur die weibliche Form. Austauschschüler sind selbstverständlich mit gemeint.


Wie können wir als Familie vom Gastfamilienprogramm profitieren?

Als Gastfamilie lassen Sie sich auf eine einmalige und bereichernde Erfahrung ein. Sie lernen aus erster Hand - durch persönliche Berichte und Gespräche - die Kultur, die Geschichte, die Sprache und die Lebensgewohnheiten eines fremden Landes kennen. Gegenseitiges Verständnis über die Grenzen von Ländern und Kulturen hinweg lässt sich auf diese Weise viel besser erreichen als über Berichte in den Medien oder durch touristische Eindrücke.
Die Familie wird durch das Eintreffen einer Austauschschülerin erweitert. In den allermeisten Fällen wird aus der Jugendlichen, die als Gast kommt, innerhalb weniger Wochen ein Mitglied der Familie. So nimmt Ihr neues Familienmitglied für ein Jahr am gemeinsamen Leben teil: an der täglichen Routine ebenso wie an Unternehmungen in der Freizeit, gemeinsamen Ausflügen oder festlichen Höhepunkten.
Das Zusammenleben mit einem Menschen aus einer anderen Kultur ist eine neue Erfahrung. Das Leben der Familie verändert sich, es wird bereichert und oft auch ein wenig durcheinandergebracht. Gewohnheiten, über die häufig gar nicht mehr nachgedacht wird, können bewusst gemacht werden. So erhalten Gastfamilien die Chance, auch sich selbst besser kennen zu lernen.

Was erwartet YFU von einer Gastfamilie?

Offenheit und menschliche Wärme sind die Hauptanforderungen. Dazu kommen Verpflegung und ein Bett, jedoch nicht unbedingt ein eigenes Zimmer. Zu unseren Gastfamilien gehören auch Paare ohne Kinder oder solche mit Kindern, die nicht im gleichen Alter sind wie die Austauschschülerinnen.

Welche Gastfamilienprogramme stehen zur Auswahl?

Unser Standardprogramm ist der ganzjährige Austausch (August bis Juli), der eine vertiefte Austauscherfahrung ermöglicht. Die Jugendlichen besuchen in dieser Zeit meist die lokale Mittelschule. Ausserdem suchen wir immer wieder Familien, die bereit sind, übergangsweise einen jungen Menschen für ein paar Tage oder Wochen bei sich aufzunehmen. Dies kann z.B. dann vorkommen, wenn eine Gastfamilie plötzlich durch Krankheit eines Elternteils nicht mehr in der Lage ist, die Austauschschülerin bei sich zu beherbergen oder wenn die Gastfamilie zum Zeitpunkt der Ankunft der Jugendlichen noch in den Ferien weilt.

Die Austauschschülerinnen von YFU sind in der Regel zwischen 16 und 18 Jahre alt und kommen vorwiegend aus Lateinamerika und Europa, aber auch aus Japan, Australien, den USA oder Afrika. Ihre Motivation ist es in erster Linie, unsere Kultur und unseren Lebensstil zu entdecken.

Ist ein Jahr nicht zu lang?

Ein Jahr ist eine lange Zeit. Doch darin liegt gerade das Besondere an unserem Austauschprogramm. Die Schülerinnen sollen nicht Gäste in ihren Familien bleiben, sondern möglichst vollständig in das Familienleben integriert werden. Dieses Ziel ist nach aller Erfahrung nur bei einem langfristigen Aufenthalt erreichbar. Die Jugendlichen gehen regelmässig zur Schule, sie finden Freunde, nehmen am kulturellen Leben teil und erleben sowohl den Alltag wie auch die Höhepunkte des Familienlebens. Sie lernen die Schweiz also nicht aus der "Touristenperspektive" kennen, sondern aus der alltäglichen Sicht.

Unser Leben ist in Jahreszyklen organisiert. Ein Jahr ist die ideale Länge eines Austauschaufenthalts, da in diesem Zeitraum alle Phasen dieses Kreislaufes, alle Bestandteile des Lebens in unserem Land kennengelernt und miterlebt werden können. Beim Abschied am Ende des Aufenthaltes haben die Familien und ihre neuen Kinder dann in den allermeisten Fällen den Eindruck, dass ein Jahr eine sehr kurze Zeit ist.

Was ist die Aufgabe von YFU?

YFU bietet sowohl den Familien als auch den Austauschschülerinnen eine persönliche Betreuung während der ganzen Zeit. Allen Beteiligten bieten wir Vorbereitung, Begleitmaterial, Treffen, Rat und Unterstützung. Für die Austauschschülerinnen organisieren wir ausserdem ein einwöchiges Orientierungsseminar im Herbst, ein Skilager im Januar und ein Seminar vor der Heimreise sowie Sprachkurse nach Bedarf.

Als Gastfamilie habe Sie mehrmals im Jahr die Gelegenheit, sich an den Familientreffen mit anderen Gastfamilien auszutauschen. An diesen Anlässen erhalten Sie viele hilfreiche Informationen, welche in der mehr als 50-jährigen Erfahrung von YFU gesammelt wurden.

Treten schulische Schwierigkeiten auf, so bietet YFU Beistand und Hilfe für alle Parteien. Ausgebildete Verantwortliche in den Regionen und die Mitarbeitenden der beiden Geschäftsstellen sind für einen möglichst reibungslosen Ablauf des Aufenthalts besorgt.

Ist es sicher, dass die Jugendliche, die für uns ausgesucht wird, zu unserer Familie passt?

Es ist letztlich eine Frage der gegenseitigen Sympathie und Zuneigung, wie das Zusammenleben zwischen einer Austauschschülerin und ihrer Gastfamilie funktioniert. Wir sind uns darüber im Klaren, dass Sympathie und Zuneigung nicht im Voraus zu planen und zu garantieren sind. Wir versuchen aber, bei der Auswahl einer Schülerin für eine Gastfamilie darauf zu achten, dass die Lebensgewohnheiten und die Interessen der Jugendlichen sich mit denen der Familie decken und die Beteiligten möglichst gut zueinander passen, um günstige Voraussetzungen für das Zusammenleben zu schaffen. Deshalb ist es für uns wichtig, durch die schriftlichen Informationen und das ausführliche Gespräch die Gastfamilien, ihre Lebensweise und ihre Interessen vor der Platzierung so gut wie möglich kennen zu lernen.

Was passiert, wenn das Zusammenleben nicht funktioniert?

Es kann zu Problemen im Zusammenleben kommen, wenn man ein Jahr miteinander verbringt. Dies gilt für alle anderen Formen des Zusammenlebens ebenso wie für die Aufnahme einer Austauschschülerin. Es ist geradezu eines der Ziele unserer Programme, dass die Beteiligten sich über solche Probleme auseinandersetzen und sie gemeinsam lösen. Wir versuchen, bei unseren Seminaren über das Handwerkszeug zu sprechen, das man für die Lösung von Problemen benötigt. Wir versuchen ausserdem, mit unserem System der persönlichen Unterstützung und Betreuung unseren Schützlingen und ihren Gastfamilien in derartigen Situationen jede mögliche Unterstützung zu bieten. Unsere Erfahrung zeigt, dass häufig gerade diejenigen Familien und Gastkinder, die gemeinsam auch durch schwierige Zeiten gegangen sind, ein in der Rückschau besonders wertvolles gemeinsames Jahr verbracht haben und eine Beziehung aufbauen konnten, die sich als beständig erweist.

Es kann durchaus vorkommen, dass die auftretenden Probleme nicht gelöst werden können, weil die "Chemie" einfach nicht stimmt oder der Funke nicht überspringen will. Dann ist es sinnvoller, sich zu trennen bevor die Differenzen zu gross werden und die gemeinsame Zeit als belastend empfunden wird. In diesen Fällen organisieren wir den Umzug der Austauschschülerin in eine andere Familie, wobei nach Möglichkeit vermieden werden soll, dass sich eine der beiden beteiligten Seiten "schuldig" fühlt. Wir verfügen in jedem Programmjahr über Gastfamilien, die in solchen Fällen - gewissermassen als Reserve und im Notfall auch von einem auf den anderen Tag - bereitstehen, um eine Austauschschülerin für den Rest des Austauschjahres aufzunehmen. Wir nennen diese Familien "Ersatzfamilien" oder "Zweitfamilien" (und wir freuen uns über Meldungen von Familien, die sich für diese Rolle interessieren).

Sehr selten - dies gilt im Durchschnitt der vergangenen Jahre für 3 bis 5% der Jugendlichen - brechen die Schüler und Schülerinnen ihre Teilnahme an dem Austauschprogramm ab, weil sie Heimweh haben, sich überfordert fühlen, oder weil sie Schwierigkeiten mit der Anpassung an das Leben in der Schweiz haben.

Wir als Organisation, die Betreuungspersonen sowie die Mitarbeitenden in unserer Geschäftsstelle haben eine lange Erfahrung im Umgang mit diesen Situationen. Unsere Gastfamilien und die Austauschschülerinnen können sich darauf verlassen, dass wir immer erreichbar sind und unsere Hilfe anbieten, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Wer kommt für welche Kosten auf?

Gastfamilien werden für ihre Unkosten grundsätzlich nicht entschädigt, da nicht finanzielle Überlegungen, sondern einzig das Interesse am kulturellen Austausch Motivation für die Aufnahme einer Jugendlichen sein soll. Die Austauschschülerinnen sind jedoch gegen Krankheit und Unfall versichert. Ausserdem kommen sie selbst für ihre Schulkosten (Bücher, Kopien, Exkursionen, etc.), persönlichen Ausgaben und einen Teil der Transportkosten für den Schulweg auf. YFU übernimmt einen Teil der Fahrtkosten und allfällige Schulgebühren.

Wohin fliesst das Geld, das die leiblichen Eltern der Austauschschülerinnen für die Teilnahme an einem YFU-Programm bezahlen?

YFU (Schweiz) ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und wurde als bisher einzige Austauschorganisation mit dem Gütesiegel der Stiftung ZEWO ausgezeichnet. Dieses Zertifikat ist mit einer regelmässigen Kontrolle verbunden, bei der geprüft wird, ob wir unsere finanziellen Mittel entsprechend der gemeinnützigen Zielsetzung des Vereins einsetzen.

Mit dem Programmpreis, den leibliche Eltern entrichten, werden zunächst die Kosten gedeckt, die im Entsendeland entstehen. Dabei handelt es sich z.B. um Kosten für:
  • die Ausschreibung und die Bekanntmachung des Programms
  • die Bearbeitung von Meldungen und die Organisation der Auswahl der Programmteilnehmenden
  • die Vorbereitungstreffen und die Orientierungsseminare
  • die Reisekosten
  • allfällige Kosten für eine Versicherung
Ein Teil des Programmpreises wird an das Aufnahmeland weitergegeben. In der Schweiz werden damit Kosten gedeckt, die entstehen für:
  • die Suche nach geeigneten Gastfamilien und die Organisation der Platzierung
  • die Kontaktaufnahme und -pflege mit den Schulen
  • die Ankunftsveranstaltungen und die Unterstützung bei der Reise
  • die Orientierungsseminare und ggf. die Sprachkurse (d.h. auch die Kosten für die Auswahl, die Vorbereitung, und die Entschädigung der Lehrer sowie die Unterrichtsmaterialien)
  • die Organisation der individuellen Betreuung der Programmteilnehmenden und die entsprechenden Auslagen der Betreuungspersonen
  • die Schulung und Fortbildung der freiwilligen Mitarbeitenden von YFU
  • die Betreuung der Schülerinnen in Krisensituationen
  • die Kosten für das Skilager (Unterbringung, Verpflegung und Skilift-Abonnements sowie Kosten für das Programm der Seminare während des Skilagers und die Aufsicht über die Jugendlichen)
  • Wochenendseminare zur Vorbereitung auf den Abschied und die Heimreise
  • Auswertungsseminare direkt vor der Heimreise
  • Treffen für Gastfamilien.
Der überwiegende Teil der Programmkosten in der Schweiz entfällt auf die oben aufgeführten direkten Schülerkosten. Neben diesen direkten Kosten entstehen aber auch Verwaltungs- und Personalkosten in der Geschäftsstelle, die YFU Schweiz natürlich möglichst niedrig zu halten versucht. Allerdings ist es uns wichtig, dieses Programm durch qualifizierte hauptamtliche Mitarbeitende in unserer Geschäftsstelle zu unterstützen, die die Koordination der Programmdurchführung übernehmen und durch die eine angemessene Unterstützung der Programmteilnehmerinnen jederzeit sichergestellt werden kann.

Die Finanzierung des anspruchsvollen Programms für die Teilnehmerinnen, auf das wir sehr stolz sind, ist zum einen nur möglich, weil Gastfamilien bereit sind, die Schülerinnen unentgeltlich aufzunehmen. Es kommt zum anderen hinzu, dass nahezu die gesamte Betreuung und das umfangreiche Seminarangebot durch ehrenamtliche Mitarbeitende getragen und durchgeführt wird.

Was sollten wir über Sprache und Schule wissen?

Die Austauschschülerinnen hatten vor ihrer Abreise in der Regel mindestens zwei Jahre Deutschunterricht, was ihnen die schulische und soziale Integration natürlich stark erleichtert. Austauschschülerinnen, die über geringere Vorkenntnisse verfügen, absolvieren zu Beginn ihres Aufenthalts einen vierwöchigen Intensivkurs. Falls zusätzliche Sprachkurse nötig sind, verfügt YFU über einen speziellen Fonds.

Wir bitten unsere Gastfamilien, in der Familie Hochdeutsch zu sprechen, da Schweizerdeutsch für die meisten Austauschschülerinnen eine weitere Fremdsprache ist.

Wie können wir Gastfamilie werden?

Melden Sie sich unverbindlich bei uns, damit wir in einem persönlichen Gespräch die weiteren Einzelheiten klären können. Ziel dieses Treffens wird es auch sein, uns ein Bild von Ihnen zu machen, um Jugendliche vorschlagen zu können, die möglichst gut in Ihre Familie passen.

Je früher Sie sich als Gastfamilie anmelden, desto eher sind wir in der Lage, ihre persönlichen Wünsche (z.B. Geschlecht oder Herkunftsland ihres zukünftigen Familienmitglieds) zu berücksichtigen.



 
05:52 | 20.Mai 2013