50 years YFU Switzerland
HÄUFIGE FRAGEN
FreundeIm folgenden findest du Antworten auf Fragen, die uns besonders häufig gestellt werden. Solltest du dich nach deiner Bewerbung und dem Vorstellungsgespräch für die Teilnahme an unserem Programm entscheiden, werden wir dich und deine Eltern so gut wie möglich auf das bevorstehende Austauscherlebnis vorbereiten. Während deines Aufenthaltes stehen dann sowohl deinen Eltern als auch dir jederzeit erfahrene Ansprechpartner von YFU zur Verfügung, die bei Schwierigkeiten mit Familie, Schule oder sonstiger Umgebung bemüht sein werden, gemeinsam mit allen Beteiligten angemessene Lösungen zu erarbeiten. Auch nach deiner Rückkehr möchten wir dir das Wiedereinleben und die Verarbeitung der vielen Eindrücke und Erfahrungen erleichtern.

Die Antworten auf häufig gestellte Fragen kannst du dir auch als PDF Datei herunterladen.

Warum soll ich überhaupt ein Semester oder ein Jahr als Austauschschüler verbringen?

Das Leben als Austauschschüler bietet dir die Chance, ein neues Land kennen und seine Kultur verstehen zu lernen. Daraus kannst du neue Perspektiven für dich selbst gewinnen und zu einer Verständigung über nationale und kulturelle Grenzen hinweg beitragen. Ein Austauschsemester oder -jahr hilft, Verständnis und Respekt für unterschiedliche Standpunkte zu fördern und die Fähigkeit zu echter Zusammenarbeit und Problemlösung zu erlernen. Der Zeitraum von mehreren Monaten ermöglicht es dir ausserdem, mehr zu werden als nur Gast: nämlich Teil des fremden Alltags zu sein und ihn zu erleben, während du wirklich dazu gehörst und dort zu Hause bist. Darum geht es uns mit dem YFU-Programm: Man kann ein fremdes Land nur dann kennen und verstehen lernen, wenn man so lange dort lebt, bis man sich in seinem neuen Umfeld zu Hause fühlt.

Welche Anforderungen stellt ein solcher Aufenthalt an mich als Austauschschüler?

In erster Linie solltest du bereit sein, deinen Aufenthalt im Ausland als Herausforderung und Aufgabe zu verstehen, denn du musst dir den Zugang zur fremden Umgebung, insbesondere zur Familie und Schule, mit Herzlichkeit und Engagement selbst schaffen. Dazu sind auch Fähigkeiten wie Rücksichtnahme, Anpassungsbereitschaft und Offenheit für Neues nötig, auch wenn dieses Neue zunächst fremd und unbequem aussieht. Ausserdem solltest du daran interessiert sein, das fremde Land wirklich verstehen zu lernen, d.h. die vielfältigen Eindrücke bewusst und aktiv aufzunehmen und zu verarbeiten. Es wäre vor allem auch wünschenswert, dass dein Interesse über das persönliche Erleben hinaus reicht und dich zu besonderem Engagement und verantwortlichem Handeln für andere führt.

Welche Erwartungen kann ich an meinen Austauschaufenthalt haben?

Es ist schwierig, keine Erwartungen zu haben. Es ist aber falsch zu glauben, dass ein Aufenthalt im Ausland die Lösung für Probleme bereithält, die sich in deinem persönlichen, schulischen oder familiären Rahmen stellen mögen. Das Austauschsemester oder -jahr sollte auch nicht als Möglichkeit verstanden werden, sich einen perfekten Aufenthalt in einer Traumfamilie und einer Umgebung voller touristischer Attraktionen kaufen zu können. Wenn du aber bereit bist, diese Zeit als persönliche Aufgabe zu begreifen, hast du die Chance, einmalige Erfahrungen zu machen.

Welche Unterstützung bietet YFU in Zusammenhang mit meinem Austauschaufenthalt?

Neben umfangreichen Informationsmaterialien, die wir für dich als Teilnehmer und für deine Eltern bereithalten, wirst du an unserem Vorbereitungswochenende vor deiner Abreise und am Auswertungstreffen nach der Rückkehr aus deinem Gastland teilnehmen. Für deine Eltern bieten wir vor Beginn deines Aufenthalts in der ganzen Schweiz Informationsveranstaltungen an, um bis dahin ungeklärte Fragen noch einmal in Ruhe besprechen zu können. Darüber hinaus stehen dir natürlich die Mitarbeitenden in unserer Geschäftsstelle sowie die Freiwilligen in den verschiedenen Regionen für offene Fragen gerne zur Verfügung.

Grossen Wert legen wir jedoch auch auf deine Mitarbeit und Eigeninitiative. Ob deine Austauscherfahrung erfolgreich sein wird, hängt in erster Linie von dir ab! YFU wird sich vor allem darauf konzentrieren, dich mit grundsätzlichen Aspekten von Kultur und kultureller Prägung sowie mit Problemen der Kommunikation in der eigenen und in einer fremden Kultur vertraut zu machen. Selbstverständlich erhältst du auch jede Menge praktische Tips zum Alltags-, Familien- und Schulleben. Von dir erwarten wir jedoch, dass du dir bis zur Abreise aus eigenem Antrieb allgemeine Hintergrundinformationen zu deinem Gastland und je nach Land erste Sprachkenntnisse aneignest.

Wie sollte ich mich auf meinen Aufenthalt im Ausland vorbereiten?

Natürlich ist es gut, wenn du dich mit Hilfe von Büchern und anderen Medien über dein Gastland informierst. Von grösserer Bedeutung ist aber eine Vorbereitung auf die besonderen Herausforderungen eines Austauschaufenthalts. Aus diesem Grund ist die Teilnahme an unserem Vorbereitungswochenende obligatorisch. Unsere besonderen Erfahrungen im Bereich der interkulturellen Bildungsarbeit werden an diesem Anlass von unseren freiwilligen Mitarbeitern an die zukünftigen Programmteilnehmenden weitergegeben.

Wieviel Taschengeld brauche ich als Austauschschüler im Monatsdurchschnitt?

Dies ist sicherlich von Schüler zu Schüler und von Land zu Land unterschiedlich. Man kann in den USA mit US$ 150 auskommen, aber das erlaubt keine grossen Sprünge. Wenn du z.B. viel fotografieren oder oft ausgehen willst, wirst du mehr brauchen. Dieses Thema sollte zu Hause offen besprochen werden, denn Austauschschüler betrachten den Aufenthalt im Ausland allzu leicht als einmalige Chance für viele Ereignisse und Unternehmungen, von denen man nichts auslassen will. Unter Umständen kannst du dir im Gastland etwas Taschengeld dazu verdienen (z.B. durch Rasenmähen oder Babysitting), aber verlassen kannst du dich darauf nicht.

Kann ich als Austauschschüler besondere Wünsche angeben?

Grundsätzlich nein, denn wir können Gastfamilien nicht massschneidern, sondern nur die Schüler, die wir auswählen, mit den Familien zusammenbringen, die sich melden. Das geht um so leichter, je flexibler die Schüler sind. Sowohl die YFU-Organisationen in den Gastländern als auch wir in der Schweiz bemühen uns natürlich um eine passende Platzierung. Im Vordergrund stehen für uns bei der Zuordnung jedoch die Persönlichkeiten der Beteiligten. Geographische, akademische oder Freizeitwünsche können dagegen nicht berücksichtigt werden. Schwierigkeiten bei der Platzierung können sich ergeben bei Allergikern, bei Rauchern und in vielen Ländern auch bei Vegetariern.

Bin ich als Austauschschüler im Gastland allein auf mich gestellt?

Nein, denn unsere YFU-Partnerorganisationen vermitteln nicht nur die Gastfamilien, sondern sorgen während deinem Aufenthalt auch für eine persönliche Betreuung und Begleitung der Teilnehmenden und stehen bei möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite.

Welche Motivation haben die Gastfamilien, einen Schüler aufzunehmen?

Die Beweggründe der Familien, einen Austauschschüler aufzunehmen, sind so zahlreich und vielfältig wie die Familien selbst. Daher können wir darauf auch keine allgemeine Antwort geben. Sicher können wir aber sagen, dass finanzielle Motive keine Rolle spielen, da die Familien kein Geld für die Aufnahme eines Schülers erhalten. Ebenso wissen die Familien, dass YFU kein Au Pair Programm anbietet, so dass der Gedanke, dass wir Hausarbeitskräfte vermitteln, gar nicht erst entsteht. Allerdings sollen die Austauschschüler ein Teil der Gastfamilie werden, und dazu gehört auch, dass man selbstverständlich wie ein eigener Sohn oder eine eigene Tochter im Haushalt mithilft.

Ist bei Problemen ein Wechsel der Gastfamilie möglich?

Zunächst sollte natürlich immer versucht werden, ein Problem dort zu lösen, wo es auftritt. Es gibt dabei nicht selten Fälle, in denen der Austauschschüler oder die Gastfamilie zunächst meint, man werde irgendein Problem, irgendwelche Unterschiede in den Gewohnheiten oder Vorstellungen nicht überwinden können. Oft wird dann aber doch kein Familienwechsel nötig, weil der YFU-Betreuer aus seinen Erfahrungen Rat anbieten kann, der die Schwierigkeiten lösen hilft. Nach ein paar Wochen sieht dann die vermeintlich schwierige Beziehung oft ganz anders aus, und beide Seiten haben zusätzlich das verbindende Erfolgserlebnis, dass die Schwierigkeit gemeinsam gemeistert wurde. In einzelnen Fällen ist es nicht zu vermeiden, dass sich die Beziehung zwischen der Familie und dem Austauschschüler in einer Weise entwickelt, die einfach nicht den Erwartungen entspricht, die Schüler, Familie und YFU in die Platzierung gesetzt haben. In solchen Fällen ist es dann oft am besten, die Verbindung zu lösen und den Austauschschüler in einer anderen Familie unterzubringen. Eine neue Familie zu suchen, ist dann die Verantwortung von YFU.

Was muss ich mit meiner Schule regeln?

Erkundige dich frühzeitig bei deiner Schule, welche Bestimmungen für die Teilnahme an einem Auslandaufenthalt gelten. Jede Schule hat andere Regelungen, was z.B. den erforderlichen Notendurchschnitt, die Fristen für Urlaubsgesuche oder den Wiedereintritt nach dem Aufenthalt betrifft.

"Verliere" ich während meinem Auslandsaufenthalt ein Jahr?

Dein Semester oder Jahr an einer ausländischen Schule wird nicht überall angerechnet, da sich die Schulsysteme der Gastländer oft stark von unserem unterscheiden. Informiere dich deshalb rechtzeitig über die Voraussetzungen deiner Schule (z.B. schriftliche Bestätigung der Schule im Gastland).

Von einem "Verlust" kann man aber auf keinen Fall sprechen. Ehemalige Programmteilnehmende werden dir bestätigen, dass nichts die Erfahrungen eines Austauschjahres ersetzen kann. Was du während deinem Aufenthalt im Ausland lernst, kann dir kein reguläres Schuljahr bieten!

Warum gibt es für die Teilnehmenden an YFU-Programmen eine Altersgrenze?

Die Altersgruppe, die wir ansprechen, erfüllt vor allem zwei Kriterien: Die Jugendlichen sind in der Regel jung und flexibel genug, um sich ganz in den fremden Alltag, insbesondere in das Leben einer fremden Familie einzufinden. Andererseits sind unsere Teilnehmer aber auch alt und selbständig genug, um die Eindrücke dieses Aufenthalts bewusst verarbeiten zu können und sich durch das Austauscherlebnis weiterzuentwickeln. Zugleich stellen in vielen Gastländern (z.B. in den USA) die Schulen entsprechende Anforderungen an unsere Austauschschüler. Ausserdem werden Schülervisa je nach Land nur für bestimmte Altersgruppen ausgestellt.

Für welches Land soll ich mich entscheiden?

Das hängt zunächst von deiner Neugierde ab. Wir bieten Programme in einer Vielzahl von Ländern auf allen fünf Kontinenten an. Grundsätzlich sind wir aber der Überzeugung, dass es nicht entscheidend ist, welches Land man wählt, denn das Erlebnis Austausch macht etwas anderes aus: das Wagnis einzugehen, in eine fremde Kultur einzutauchen, darin aufzugehen, sie von innen verstehen zu lernen und persönlich daran zu wachsen - und dies ist in jedem Land möglich. Es gibt allerdings in einigen Ländern leider eingeschränkte bzw. keine Möglichkeiten für die Platzierung von Vegetariern und Haustierallergikern. Dies hängt damit zusammen, dass in einigen Ländern die Haustierhaltung so verbreitet ist, dass in der Regel keine Gastfamilien ohne Katzen gefunden werden können. Daneben gibt es andere Länder (z.B. Belgien, Schweden, viele Länder Lateinamerikas) in denen keine oder nur sehr wenige Gastfamilien bereit sind, Schüler aufzunehmen, die sich vegetarisch ernähren. Diese Gesichtspunkte sollten bei der Länderwahl unbedingt berücksichtigt werden.

Muss ich die Sprache des Gastlandes schon vorher beherrschen?

Für die meisten Länder muss man die Sprache nicht vorher sprechen können. Die Gastländer bieten insbesondere zu Beginn des Auslandaufenthalts Unterstützung beim Erlernen der Sprache an. Unsere Erfahrung zeigt, dass selbst bei den als schwierig geltenden Sprachen wie z.B. Japanisch oder Russisch die Schüler schon sehr schnell Fortschritte machen und im Gastland gut zurecht kommen.

Für Gastländer im englischen oder französischen Sprachraum musst du zum Zeitpunkt der Abreise mindestens zwei Jahre Unterricht in der entsprechenden Sprache besucht haben. Ausnahme ist das Community College Programm, wo lediglich Grundkenntnisse der englischen Sprache erforderlich sind. Je besser deine Englischkenntnisse sind, desto mehr Fächer stehen dir im College zur Auswahl. Alle Austauschschüler für die USA werden vor Abreise im Rahmen eines Tests auf ihre Englischkenntnisse hin geprüft.

Für ein Austauschjahr in Mexiko ist ein Jahr Spanischunterricht Voraussetzung. Bei den anderen Programmen in Lateinamerika besteht diese Bedingung nicht.

Was ist, wenn wir uns den Programmbeitrag nicht leisten können?

Dann wollen wir trotzdem, dass du die Möglichkeit erhältst, einen Austauschaufenthalt zu erleben! Aus diesem Grund gewähren wir auf Antrag und Nachweis der Bedürftigkeit Teilstipendien in unterschiedlicher Höhe. Für weitere Informationen zu Stipendien und Kosten kontaktierst du am besten unsere Geschäftsstelle.

Muss meine Familie im Gegenzug einen Austauschschüler aufnehmen?

Natürlich suchen wir auch in der Schweiz Familien, die bereit sind, einen Austauschschüler oder eine Austauschschülerin aufzunehmen, denn nur so können wir einen gegenseitigen Austausch mit unseren Partnerländern fortführen. Ausführliche Informationen zu unserem Gastfamilienprogramm findest du hier. Da unsere Programme aber nicht auf einem direkten Austausch beruhen, ist die Aufnahme eines Gastschülers keine verpflichtende Voraussetzung, um mit YFU ein Semester oder ein Jahr im Ausland zu verbringen.


Hast du noch weitere Fragen? Dann kontaktiere uns einfach! Wir freuen uns darauf, von dir zu hören.

 
15:37 | 22.Mai 2013