50 years YFU Switzerland
Sophie in Schweden: August 2008

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Der grosse Tag begann früh am Morgen mit der Anreise zum Flughafen Zürich. Es fühlte sich an wie der Gang zum Galgen, weil mir jetzt wirklich langsam klar wurde, was mich erwarten würde: Ein Jahr lang ohne Familie und Freunde alleine in einer neuen Welt. Der Abschied war tränenreich und fiel mir schwer. Wir hatten auch noch mit einigen organisatorischen Problemen zu kämpfen, da mein Koffer Übergewicht hatte. Der Flug war aber zum Glück kurz und führte uns über Wien nach Stockholm.

Dort angekommen, fuhren wir im Minibus mit drei YFU-Betreuern ins Arrival-Camp. Wir wurden in einem schönen Landhaus auf „barnens ö“ (Kinderinsel) empfangen. Im Camp erhielten wir von Landsleuten Schwedischunterricht. Der nahe gelegene See lud einige zum Baden ein. Und zu jeder Mahlzeit genossen wir ein Knäckebrot mit gesalzener Butter! Es war grossartig Leute aus der ganzen Welt zu treffen, die alle etwas gemeinsam haben. Wir hatten eine schöne Zeit und es bildeten sich einige neue Freundschaften. Das schwedische Dasein konnte also beginnen! :) 

ImageAm Samstag hiess es dann schon wieder Abschied nehmen, da wir nun alle getrennte Wege zu unseren Gastfamilien gehen würden. Von Stockholm reiste ich mit dem Zug nach Eskilstuna. Es ging ganz schnell und da war der Augenblick schon gekommen, als ich meine Gastfamilie das erste Mal sehen würde. Am Bahnhof wurde ich von meinen Gasteltern und meiner Schwester herzlich in Empfang genommen. Zu Hause bekam ich eine Führung durch unser kleines rotes Häuschen und ich wurde sogleich mit unseren drei Lamas bekannt gemacht. In den folgenden Tagen lernte ich immer mehr Neues über meine Familie dazu und so konnte mich ich sehr schnell als Familienmitglied einfügen. Beim feierlichen Krebsessen lernte ich die ganze Verwandtschaft kennen.


Dem ersten Schultag blickte ich mit ängstlichen Gefühlen entgegen, da die Schule gross und der Start in einer neuen Klasse nie einfach ist. Allerdings kannte ich bereits jemanden aus meiner neuen Klasse und so war ich nicht ganz verloren! :) Die Schweden sind anfangs sehr zurückhaltend und so ist es nicht leicht, Kontakte zu knüpfen. Doch wenn das Eis einmal gebrochen ist, sind sie sehr nette und warmherzige Menschen. Mit meinen 32 neuen Klassenkameraden verstehe ich mich sehr gut und wir haben auch schon einiges zusammen unternommen.

Eskilstuna ist eine Stadt mit 100‘000 Einwohnern und etwa eine Zugstunde von Stockholm entfernt. Die Schule ist zum Glück mitten im Stadtzentrum. Meine Familie lebt allerdings weit abseits auf dem Land, weshalb der Transport in die Schule nicht so unkompliziert ist wie ich es von zu Hause gewohnt bin. Auf dem Land heisst es also in einem unendlich grossen Gebiet von grünen Wiesen und Wäldern Pilze sammeln und Lamas füttern! Unsere Lamas (Juvill, Linus und Lucinda) sind eine regionale Attraktion. Hier soll es auch viele Elche geben, jedoch hatte ich noch nicht das Vergnügen, mit einem dieser Tiere Bekanntschaft zu machen.

 

 
23:43 | 17.Mai 2012