Sonja in Ecuador: November 2009

Hola aus Ecuador


Schon ist Anfang Dezember und somit Zeit, euch ueber den Monat November zu berichten. Die Zeit vergeht rasend schnell und ich kann es kaum glauben, dass ich schon bald 4 Monate in Ecuador bin.
Eines der wichtigsten Ereignisse im letzten Monat war sicherlich mein Familienwechsel.
Seit dem 9. November 09 wohne ich nun offiziell bei meiner neuen Gastfamilie, wo ich 5 Geschwister habe: Maria Fernanda 18, Tamia 16, welche auch mit mir in die gleiche Klasse geht, Carla 14, Oscar 11 und Baby Nicolas, 5 Monate.
Mit allen Geschwistern sowie auch mit meinen Eltern verstehe ich mich super und ich bin wirklich gluecklich in meiner neuen Familie. Ich habe aber auch immer noch Kontakt zu meiner ersten Familie, worueber ich sehr froh bin.

Am 7. November war ein sehr wichtiger Tag fuer meine Stadt Latacunga. Der Tag der „Mama Negra“. Ich habe euch bereits im September von der „Mama Negra“ berichtet, da es damals schon eine kleine Version davon gab. Diese im November ist aber die „richtige“ und ein wirklich grosses Ding. Es kommen sehr viele Besucher aus dem ganzen Land sowie etliche Touristen um die „Mama Negra“ mitzuverfolgen und so laeuft wenigstens fuer ein Wochenende so richtig viel in meiner kleinen Stadt. Die „Mama Negra“ ist eine grosse Parade durch die ganze Stadt, welche aus Tanz, traditioneller Musik und weiteren Elementen besteht. Die Besucher stehen alle am Strassenrand und tanzen zu der Musik.
Am Morgen des 7. Novembers machten Carla, meine Gastschwester aus der ersten Familie, und ich uns um 9 Uhr auf den Weg und suchten uns zusammen mit Freunden einen guten Platz um die Parade mitzuverfolgen. Es war wirklich ein super Erlebnis. Wir hatten wahnsinnig viel Spass und am Abend waren wir dann beide so geschafft, dass wir nicht mehr ausgehen wollten :)
Zwei Tage spaeter wechselte ich dann wie schon gesagt meine Gastfamilie und darauf folgten zwei relativ ereignislose Wochen, die meine Schwester Tamia und ich hauptsaechlich mit dem einrichten unseres gemeinsamen Zimmers verbrachten.. :)

Gegen Ende des Monats machte ich mit YFU fuer 5 Tage einen Ausflug in den Oriente, den Regenwald in Ecuador. Am Dienstag fuhr ich zusammen mit Antje, meiner deutschen Freundin von YFU in Latacunga, nach Quito, wo es im Hostel ein grosses Wiedersehen mit allen anderen Austauschschuelern gab. Die erste Nacht verbrachten wir in Quito und am naechsten Morgen machten wir uns dann auf Richtung Oriente. Die Busfahr dauerte etwa 7 Stunden, war aber abwechslungsreich, da wir uns alle viel zu erzaehlen hatten. Um dann zu unserem Hotel zu gelangen, mussten wir erst einmal mitsamt dem Gepaeck in Kanus umsteigen, die uns zu unserer Unterkunft brachten. Unser Hotel heisst "la casa del suizo" also "das Haus des Schweizers", welches einem Schweizer gehoert und wirklich wunderschoen ist. Den ersten Abend verbrachten wir zum Entspannen am Pool und genossen die schoene Aussicht. Am naechsten Tag stand eine Tour durch den Regenwald auf den Programm, welche wirklich top war. Wir konnten sehr viele interessante Pflanzen betrachten, wurden wie die Indigenas mit Naturfarben geschminkt und kamen in den Genuss von Ameisen. Um wieder ins Hotel zu gelangen, bauten wir uns Flosse und liessen uns den Fluss hinunter treiben. Am Nachmittag besuchten wir ein Indigenasdorf und lernten viel ueber die Lebensweise der Indigenas, welche sich stark von der unseren unterscheidet.
Am naechsten Tag fand wieder eine Regenwald-Tour statt, an der ich, da ich leider krank war, nicht teilnehmen konnte. Am Nachmittag ging es mir aber wieder besser und ich konnte am Besuch eines Schmetterlinghauses teilnehmen. Wir haben viele wunderschoene Schmetterlinge betrachten koennen - wieder ein tolles Erlebnis.
Am naechsten Tag hiess es dann schon wieder Sachen packen und ab nach Quito. Dort verbrachten wir noch die letzte Nacht zusammen und am Sonntagmorgen machten wir uns alle wieder auf den Weg in unsere jeweiligen Staedte.
Die Reise war wirklich unglaublich toll, aber ich war auch wieder froh, in Latacunga zu sein, da ich alle meine Freunde und besonders meine Gastfamilie vermisst habe. :)

Nun ist es also schon Dezember und Weihnachten kommt immer naeher, wovon man hier aber noch nicht viel mitbekommt. Unser Haus ist zwar schon seit langem im Ueberfluss mit Weihnachtsdekoration geschmueckt, aber da das Wetter wie immer gleich ist und natuerlich auch kein Schnee faellt, kommt nicht so richtige Weihnachtsstimmung auf. Ich bin aber trotzdem schon sehr gespannt, wie Weihnachten in Ecuador gefeiert wird und bin mir sicher, dass ich auch im naechsten Monat viel zu erzaehlen haben werde.

Liebe Gruesse
Sonja

 

 

 
12:40 | 04.Februar 2012