| Sonja in Ecuador: März 2010 |
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Hallihallo!
Ganz am Ende des Februars ist Maria Fernanda, meine grosse Gastschwester, in die USA geflogen, wo sie sechs Monate als Austauschschülerin leben wird. Wir alle haben Maria nach Quito an den Flughafen begleitet und der Abschied war auch wahnsinnig traurig, da wir unsere Schwester wirklich total lieb haben. Sie wird erst im August wieder nach Ecuador zurückkommen, somit weiss ich also nicht, wann ich sie wieder sehen werde. Wie schon gesagt, es war sehr traurig und als ich da am Flughafen stand, habe ich doch auch etwas Angst vor dem Tag bekommen, an dem ich diejenige sein werde, die wegfährt und es wird mir sicherlich schwer fallen, mich von allen meinen Freunden und vor allem von meiner Familie zu verabschieden!! Diesen Monat wurde mir dann auch richtig bewusst, dass mir nur noch drei Monate meines Austauschjahres bleiben und ich habe deswegen angefangen, die Zeit richtig gut auszunutzen. Ich war viel mehr mit meinen Freunden unterwegs und wir sind jedes Wochenende in die Disco tanzen gegangen. An einem Samstag hatten wir eine “fiesta de quinze años”, also einen 15. Geburtstag. Ich glaube, ich habe euch schon einmal von so einer Fiesta erzählt, die sind hier ein grosses Ding und alle gehen mit Abendkleid und Anzug hin. Den offiziellen Teil der Fiesta haben meine Schwester und ich dieses Mal leider verpasst, da wir etwas verspätet ankamen (nachdem wir unglaubliche vier Stunden beim Coiffeur verbracht haben, wo wir uns frisieren, schminken und auch die Nägel und Augenbrauen machen liessen). Danach haben wir aber die Nacht durchgetanzt und ich habe es einmal mehr genossen, solche tolle Momente mit meinen Freunden zusammen zu erleben. Nun möchte ich euch aber erzählen, wie ich meinen 16.Geburtstag hier in Ecuador erlebt habe. Am 25. März ging ich wie normal zur Schule, wo uns aber mitgeteilt wurde, dass wir, das heisst meine Klasse, wegen eines Vorfalls den ganzen Tag keinen Unterricht haben werden. Also hatten wir neun Freistunden. Alle haben mir natürlich zum Geburtstag gratuliert und “cumpleaños feliz” gesungen und dann wurde ich gleich einmal in die ecuadorianischen Gebutrstagstraditionen eingeführt. Es ist hier üblich, dem Geburtstagskind mit einem Ledergürtel die Anzahl Jahre, die man alt wird, auf den Hintern zu schlagen. So wurde ich also 16-mal abgepeitscht, was doch ziemlich schmerzhaft war!! Danach haben wir uns alle zusammen hingesetzt, gesungen, Fotos geschossen… Es gab sogar noch Kuchen für alle und wir haben wirklich einen tollen Tag verbracht. Am Nachmittag bin ich mit meiner Gastschwester und einigen Klassenkameraden zu einem Freund nach Hause gegangen, wo wir meinen Geburtstag dann noch einmal im kleinen Kreis gefeiert haben. Zuhause wurde am Abend für mich im Kreise meiner Familie fein gekocht (ich hatte mir Tacos, also mexikanisches Essen gewünscht). Wir hatten meine Tante und meinen Cousin eingeladen und alle haben dann noch einmal für mich gesungen und so haben wir wirklich schön gefeiert. Zum Glück wurde ich dann von einer weiteren ecuadorianischen Tradition verschont, bei der das Geburtstagskind kopfüber mit dem Gesicht in die Torte gedrückt wird. Mein ecuadorianischer Papa hat mich gefragt, was ich mir den zum Geburtstag wünsche und da ich nicht unbedingt etwas Materielles wollte, habe ich mir eine Reise mit der ganzen Familie an den Strand gewünscht. Somit werden wir im April irgendwann an die Küste fahren, worauf ich mich schon sehr freue. Am Tag nach meinem Geburtstag war eigentlich eine grosse Party mit all meinen Freunden geplant, aber als ich (schon typisch ecuadorianisch wieder einmal etwas verspätet) ankam, hatten sich einige Freundinnen mit dem Bruder der Gastgeberin zerstritten und deswegen waren alle Gäste schon wieder gegangen. Die Fiesta war also im Eimer und ich war zuerst etwas traurig, da ich mich halt schon lange gefreut hatte und es mein einziger Geburtstag hier in Ecuador ist, aber wir werden die Party sicherlich noch nachholen! Einige Tage vor meinem Geburtstag ist von meiner Familie ein Paket voll Schweizer Schokolade angekommen (an dieser Stelle vielen Dank an meine Familie), womit ich meine Familie und meine Klasse beschenkt habe. Die Schokolade war schnell aufgegessen und meine Familie und alle Freunde waren hin und weg! Das war’s also schon vom Monat März. Ihr hört von mir wieder in einem Monat, wenn ich sicherlich viel zu erzählen haben werde, denn im April stehen für mich unter anderem ein Konzert und zwei Reisen auf dem Programm!! Liebe Grüsse aus Ecuador Sonja |




Schon ist der März zu Ende und somit wieder Zeit, euch über meine Erlebnisse im vergangenen Monat zu berichten. Der März war eigentlich nicht ein besonders ereignisreicher Monat, ganz im Zentrum stand aber natürlich mein Geburtstag. Davon wird somit auch der grösste Teil dieses Berichts handeln.