Sonja in Ecuador: Januar 2010

Schon wieder ist ein Monat vergangen und mir bleiben nur noch viereinhalb Monate hier in Ecuador. Ich kann jetzt wirklich sagen, dass ich mich voll und ganz eingelebt habe. Sachen, die mir anfangs so komisch, so anders erschienen, sind längst zur Normalität geworden. Worüber ich vor einigen Monaten noch gestaunt und mich gewundert habe, fallen mir gar nicht mehr auf. So viele neue Gewohnheiten habe ich bereits angenommen und ich kann sagen, dass ich schon zu einer kleinen Ecuadorianerin geworden bin.

Nun möchte ich euch aber über meine Erlebnisse im Januar berichten. Die ersten beiden Tage des Monats habe ich mit meiner Gastfamilie in Baños, einem kleinen Städtchen ca. 2 Stunden von Latacunga entfernt, verbracht. Baños ist ein sehr beliebter Touristenort und deshalb kopiere ich euch einfach schnell die Beschreibung des Städtchens aus meinem Reiseführer: Baños ist das Tor zum Dschungel. Mächtig thront über Baños der aktive Vulkan Tungurahua. Auf 1800m Höhe gelegen besticht es umrandet von grünen Steilhängen durch sein frühlingshaftes Klima und ist daher ein perfekter Ort für alle Aktivitäten in der Natur: Reiten, Trekking oder Fahrradfahren.”

Perfekte Voraussetzungen also für einen tollen Familienurlaub. Leider verbrachten wir nur eine kurze Zeit in Baños, sodass wir nicht besonders viel unternehmen konnten. Am ersten Abend haben wir uns das Städtchen etwas angeschaut, welches wirklich wunderschön ist und dann in einem Restaurant fein gegessen. Am nächsten Tag besuchten wir eines der Schwimmbäder, welches für die Baños ebenfalls bekannt ist. Nach einer kurzen Zeit des Entspannens habe ich dann meine Schwestern in das Schweizer Restaurant geschleppt, das ich am Abend zuvor entdeckt hatte. Ich fühlte mich wie zuhause als ich im “Swiss House” dann in heimeliger Atmosphäre und von Schweizern umgeben ein feines Raclette genoss. :)

Anschliessend kauften wir uns noch einige Souvenirs, (natürlich Armbänder, die bei Ecuadorianern sehr beliebt sind) und am Abend ging es dann schon wieder zurück nach Latacunga.

Zuhause angekommen begann auch schnell wieder der Schulalltag. Der war aber nicht so langweilig wie erwartet, denn es ging immer mehr auf die “Fiestas del Colegio”, also das Schulfest zu. Zu diesem Fest gehörte auch ein Wettbewerb, bei dem jede Klasse zum Thema Kinderrechte ein Video einreichte und so dann die 8 Finalisten ausgewählt wurden. Meine Klasse hat sich richtig ins Zeug gelegt, wir haben ein Musical geschrieben und für die Lieder eine kleine Band zusammengestellt. Für die Proben, (ich spielte Klavier), habe ich sogar meine geplante Reise an den Strand sausenlassen. An einem Samstag trafen wir uns dann in der Schule, um das Musical zu filmen. Alle waren wirklich zufrieden und die Enttäuschung war umso grösser, als uns dann mitgeteilt wurde, dass wir uns nicht für das Finale qualifiziert hatten. Trotzdem waren alle meine Klassenkameraden am Tag des Finales auf der Tribüne anzutreffen mit Fahnen und Banden für die “Socialitos”, also meine Klasse. Das ganze machte riesigen Spass, auch wenn wir nicht aktiv am Finale hatten teilnehmen können.
Zu den Schulfestern gehörten auch ein Gottesdienst und die “Casa abierte”, also ein Tag der offenen Türe. An diesem Tag wurden für fast jedes Fach Stände aufgestellt und ich durfte stundenlang auf Englisch erklären, wie selbst gemachte Handtaschen aus alten T-Shirts genäht werden, was doch eher etwas langweilig war.

Im Januar standen ebenfalls einige tolle Partys und Ausflüge mit Freunden auf dem Programm, wie den Ausflug auf den Aussichtspunkt “Dual”, wo wir über ganz Latacunga schauen konnten.

Das waren also meine wichtigsten Ereignisse im Monat Januar. Nun wünsche ich euch allen weiterhin einen schönen Winter (der hier leider nicht existiert) und bis nächsten Monat.

Sonja

 

 

 
12:50 | 04.Februar 2012