| Saskia in Südafrika: August 2009 |
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Hallo alle zusammen
Ich kann es fast nicht glauben, aber ich bin schon mehr als einen Monat in Südafrika!!! Es hat sich viel getan seit ich hier bin… So habe ich nach ca. vier Wochen meine Gastfamilie gewechselt und lebe jetzt in einem neuen Teil von Bloemfontein. Ich bin zu einer herzlichen Familie gekommen, die mich unterstützt und mir hilft, wo immer sie können. Ich habe eine Gastschwester, Nadine (17), einen Gastbruder, Ruben (20) und sehr nette Gasteltern. Daneben haben wir vier Hunde (jeder in Südafrika besitzt mindestens einen Hund, zur Sicherheit…), einen Papagei, zwei Schlangen und einen Fisch. Meine Familie ist sehr religiös (Südafrika hat im Allgemeinen eine ganz andere Einstellung zur Religion verglichen mit derjenigen, die ich aus der Schweiz kenne): Wir beten jeden morgen, lesen aus der Bibel und gehen mehrmals pro Woche in die Kirche. Für mich ist das eine neue Erfahrung, wie ich es noch nie zuvor gesehen oder erlebt habe, aber es ist sehr interessant Teil dieses Lifestyles zu sein! Wir unternehmen sehr viel als Familie, so haben wir an einem freien Montag, den einzigen richtigen Berg in Bloemfontein erkundet (Nevel Hill), wo ich auch das erste Mal einer der “Big 5”, Bull, gesehen habe… aber der eingentliche Treffpunkt an Wochenenden sind die zwei Malls - die ganze Stadt ist dort versammelt ;). Und natürlich hat auch in Südafrika die Schule begonnen. Ich bin Teil einer Afrikaans-Schule geworden und geniesse es dort sehr. Ich werde sicher nie vergessen, wie ich am ersten Tag als die “Neue” in der Klasse vorgestellt und von Fragen überhäuft wurde. Alle waren sehr gespannt von meinen Geschichten zu hören, wie es “overseas” zu und her geht. Natürlich habe auch ich seit dem viel Neues über Südafrika erfahren und sehr nette Freundinnen gefunden. Es ist aber nicht immer einfach, weil alle Fächer auf Afrikaans sind und alle meine Freunde untereinander Afrikaans sprechen. Aber mein Afrikaans wird von Tag zu Tag besser und alle bemühen sich, mich zu unterstützen. Die Schule ist sehr verschieden, z. B. konnte ich einen Teil meiner Fächer selber wählen und belege jetzt: Afrikaans (oblig.), Englisch (oblig.), LO (oblig., über das Leben allgemein), Maths (oblig.), Tourisme (Wahlfach, über andere Länder), Art (Wahlfach) und IGO (Wahlfach, technisches Zeichnen). Jedes dieser Fächer habe ich jeden Tag, wobei eine Lektion von 25-40 Minuten dauern kann. Die Schule beginnt um 07.30 Uhr und geht bis um 13.40 Uhr, danach beginnen die verschieden Sport- Aktivitäten. Wir tragen Schuluniformen und es gibt Regeln, wie man seine Haare zu tragen hat. Montags, mittwochs und freitags ist Hall, was bedeutet, dass sich die ganze Schule in einer grossen Aula versammelt und wir über Neuigkeiten im akademischen, sportlichen oder kulturellen Bereich aufgeklärt werden. Auch in der Schule wird jeden Tag aus der Bibel gelesen und zusammen gebetet und immer mittwochs ist eine Art Religionsunterricht, der von der Gruppe JFFJ (Jim Fouche for Jesus) geleitet wird. Die Schule an sich hat einen sehr hohen Status hier. Man spürt einen richtigen “School-spirit” und alles dreht sich darum, an welcher Schule man ist. Neben dem Akademischen spielt Sport eine zentrale Rolle im Leben der Südafrikaner. Nationalsport Nummer 1 ist Rugby. Jede Schule wird deshalb nach ihrem Rugby-Team bewertet. Ich bin Mitglied im Athletik- und im Tennis-Team. Ich geniesse meine Sportstunden immer sehr…;)! Diesen Samstag werde ich auch meinen ersten Wettkampf bestreiten, einen Halb- Marathon durch Bloemfontein! Viel habe ich im Voraus über den World Cup 2010 gelesen und gehört. Er ist zwar ein Thema hier, aber die meisten Leute, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe, sind nicht gerade glücklich, dass sie dieses „Gross-Ereignis“ in ihrem Land haben. Soccer ist in Südafrika hauptsächlich unter den “Schwarzen” verbreitet, deshalb sehen viele “Weisse” schon grosse Probleme mit Vandalismus und der Sicherheit in dieser Zeit voraus. Ich persönlich glaube, dass dieses Ereignis eine grosse Chance für Südafrika ist. Viele Leute aus der ganzen Welt werden dieses Land besuchen, ihre Kultur und Sprache mitbringen, neue Arbeitsplätze werden geschaffen und die Leute werden sehen, dass Südafrika nicht nur Fussball zu bieten hat. Ich habe schon sehr viele interessante Gespräche führen können über das Verhältnis von “Schwarz” und “Weiss”. Es ist wirklich so, dass so gut wie alle getrennte Wege gehen. Alle Arbeiten, wie zum Beispiel der Haushalt, werden von “Schwarzen”-Arbeitern übernommen. Vor einer Woche habe ich dann auch zum ersten Mal ein Township gesehen, das war einerseits sehr interessant, andererseits sehr schockierend. Die Leute müssen betteln, damit sie genug zum überleben haben. Sicherheit ist wirklich ein sehr wichtiges Thema hier, z. B. hat es hier überall Zäune, Hunde, Wächter,… so ist es auch “normal”, wenn ein Auto gestohlen oder jemand mit einem Messer bedroht wird. Aber solange man sich an die Regeln hält, ist und bleibt Südafrika ein traumhaftes Land. In Südafrika beginnt hier langsam der Frühling und alle sind sehr glücklich, dass der Sommer bald vor der Tür steht. Für mich bedeuten die nächsten Wochen Examen und danach Ferien!!! Ich freue mich auf jeden Tag, den ich hier verbringen kann und kann euch allen nur raten Südafrika für euch selber zu entdecken! Ich grüsse Euch alle und wünsche Euch einen schönen Herbstbeginn! Alles Liebe Saskia
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