Saskia in Südafrika: Januar 2010

Liebe Freunde, Bekannte und andere Leser meiner Berichte

Schon ist es Ende Januar und die Hälfte meines Austauschjahres ist um… Ich schaue zurück auf einen spannenden Beginn des neuen Jahres.

Bevor ich am 23. Dezember mit meiner Gastfamilie in die Ferien verreisen konnte, feierten wir am 22. am Abend ein kleines Weihnachtsfest, da wir nicht alle Geschenke mitnehmen wollten. Ich hatte an diesem Abend viele viele Geschenke zu öffnen, da auch einige Pakete aus der Schweiz den Weg nach Südafrika gefunden haben. Ich habe dieses “Vor-Weihnachten” als eine neue Erfahrung erlebt und das Beste daraus gemacht. Natürlich ist das Weihnachtsfest hier um einiges anders, so zum Beispiel das mit den Geschenken. Hier erinnert man sich noch viel mehr an das eigentliche Thema von Weihnachten, der Geburt Jesus. Es gibt auch nicht diese „Vor-Weihnachtliche-Stimmung“, wie ich sie aus der Schweiz kenne. Wohl hauptsächlich darum, weil es hier rund 40°C warm ist. Es wird auch nicht gesungen und den Nikolaustag am 6. Dezember kennen sie auch überhaupt nicht. Trotz dieser Unterschiedlichkeit habe ich diesen Abend sehr genossen und bin froh, dass ich Weihnachten mit meiner neuen Familie feiern konnte!

Am nächsten Tag nahmen wir den Weg in die Ferien in Angriff. Nach langen acht Stunden Autofahrt bezogen wir mit einer anderen Familie (Freunde meiner Gastfamilie) unser Ferienhaus, ein nettes Häuschen, zwei Kilometer weg vom Strand. Nach einer ersten langen Nacht, konnte ich am nächsten Tag das Meer in vollen Zügen geniessen. So verbrachte ich die ersten zwei Tage, Heilig-Abend und Weihnachten, am Strand, was wirklich schön war. Es gab überall Strand-Partys für Weihnachten, aber an diesem Tag hatte ich, trotz einem eigentlich wunderbaren Tag, viel Heimweh. Mir sind all die Bräuche in den Sinn gekommen, die ich jetzt machen würde, wenn ich zu Hause wäre… Es war nicht einfach, aber meine Gastfamilie unterstützte mich, wo sie nur konnte. Am Abend hatten wir einen Braai (Barbecue) auf dem Balkon, wo meine Gastmutter extra für mich gebraait hat (was sie sonst meinem Gastvater überlässt ;)). Später fuhren wir zu einer Art Gottesdienst, wo etwa 500 Leute draussen in einer Arena gesessen sind und gesungen haben. Alle hatten eine Kerze in der Hand und am Ende beteten alle zusammen.

Die nächsten Tage waren wir hauptsächlich am Strand, haben uns von der Sonne bräunen lassen und das Meer genossen. An Silvester gingen wir mit der ganzen Familie an einem Ort, wo wir Laser-Games gespielt haben. Wir hatten viel Spass!!! Dann, um fünf vor 12, gab es einen “Count-down” am Strand und um Punkt 12 das Feuerwerk zum neuen Jahr. Für 2010 habe ich mir einige Vorsätze gesetzt, darunter auch, was ich noch alles erleben möchte, während ich hier bin!

Nach diesem neuen Start ins neue Jahr blieb uns noch eine Woche, in welcher wir George besuchten, Surfen lernten, Themen-Pärke unsicher machten und und und! Es war eine tolle Zeit und nach einem letzten Renn-Trip mussten wir uns wieder auf die Reise nach Bloemfontein machen. Wieder zurück im flachen Bloem hatte ich noch eine Woche Ferien, bis dass am 13. Januar die Schule wieder geöffnet wurde. Ich war eigentlich ganz froh, denn so konnte ich all meine Freunde wieder sehen und zudem bin ich jetzt offiziell im letzten Schuljahr, das so genannte “Matriek-Jahr”. Als Matriek-Schüler hat man zwar eine Mange mehr Arbeit als die anderen, jedoch geniesst man auch einige Vorteile. Spezielle Plätze in der Pause, das „Respekt-Zeigen“ der Jüngeren und spezielle Kleidung sind nur ein paar dieser Vorteile. Eine sehr dumme Tradition meiner Schule finde ich aber zum Beispiel den Gang der “Neuen” (8. Klässler) durch die Halle, wo alle Matrieks in einer Reihe stehen und sie so hart als möglich anschreien…

Viel Zeit an meiner Schule ist mir aber nicht geblieben, da ich das grosse Glück habe, meinen Vater und meine älteste Schwester aus der Schweiz in Südafrika begrüssen zu dürfen! Sie werden ihre Ferien mit mir verbringen und neben dem Kennen lernen meines Lebens hier, werden wir uns aufmachen nach Kapstadt!

Auf all das freue ich mich so sehr und kann schon gar nicht mehr still sitzen ;)!

Mit vielen Lieben Grüssen aus dem regnerischen Bloemfontein

Eure Saskia

 
12:50 | 04.Februar 2012