| Saskia in Südafrika: Februar 2010 |
|
…und schon ist es Februar! Diesen Monat verbrachte ich weg von zu Hause, konnte Wiedersehen feiern und lernte viele neue Leute kennen. Am 28. Januar war der Tag an dem ich einen Teil meiner Familie wieder sehen konnte… Mit einem aufgeregten Gefühl im Bauch und vielen Gedanken, wie es wohl sein wird, machte ich mich mit meiner Gastmutter auf den Weg zum Flughafen in Bloemfontein (erneuert für die WM), um meine älteste Schwester und meinen Vater in Empfang zu nehmen. Mit typischen südafrikanischen Spezialitäten in der Hand wartete ich nervös bei der Ankunftstafel. Zehn Minuten später lagen wir uns in den Armen und ich kann gar nicht sagen, welches Glücksgefühl mich durchströmte, jemanden aus der Heimat zu sehen! Nach viel „Neuigkeiten-Austausch“ und dem Kennen lernen meiner beiden Familien gingen wir spät zu Bett. In den folgenden vier Tagen besuchten wir die beiden Einkaufszentren, das Stadion (für die WM), liessen uns von südafrikanischen Spezialitäten verwöhnen, besuchten meine Schule (welche meinen Vater sehr beeindruckte...), fuhren auf den einzigen Berg in Bloem (Naval Hill) bei Nacht, kochten ein von der Schweiz mitgebrachtes Fondue, liessen uns über Geparden, Löwen und Tiger aufklären und konnten sie auch streicheln und tauschten all die Gastgeschenke aus (Sackmesser, Kalender, Basler Leckerli, Schokolade, Käse, Fotos, etc.)! Am 31. Januar flogen wir nach Kapstadt, wo wir eine Ferienwohnung am “Bloubergstrand” gemietet hatten. Zehn unvergessliche Tage verbrachten wir dort, in denen wir vieles erlebt und gesehen haben: Aufstieg (zu Fuss!) zum Tafelberg, Besuch vom “Kap der guten Hoffnung”, Einkaufen in den Einkaufszentren, Besuch des neu gebauten Green-Point-Stadions (wo wir nur durch das Lächeln meiner Schwester noch Tickets bekamen, denn das Rugby-Spiel war ausverkauft), Wein-Degustation in Stellenbosch (eine traumhafte Gegend vor Kapstadt), Safari (wobei ich eine Hai-Tauch-Erfahrung machen durfte: man ist in einem Käfig unter Wasser und sieht nur wenige Zentimeter neben sich den Grossen Weissen Hai…), Casino (riesig!!!), Trip nach Simon’s Town, wo sich eine Pinguin-Kolonie befindet, Bestaunen des Nationalgardens in Kirstenbosch, erholen am Stand Camps Bay, Besuch der Zelle von Nelson Mandela auf Robben Island und vieles mehr! Am 10. Februar flogen wir zurück nach Bloemfontein und am selben Tag machten sich meine Schwester und mein Vater auch wieder auf den Rückflug in die Schweiz. Mir fiel es nicht wirklich schwer auf Wiedersehen zu sagen, denn ich bin mir sicher, dass ich noch vier tolle Monate hier verbringen werde! Nach zwei Tagen Schule und dem Valentins-Ball am Freitag Abend, ging es für mich und 17 andere Austauschschüler in den Osten Südafrikas, wo wir zwei Wochen lang eine neue Seite der südafrikanischen Kultur kennen lernen sollten. Unser Reise-Ziel war ein kleines Tal in Mpumalanga, 20 Minuten weg von der Grenze zu Swaziland. Dort liessen mich die Helfer von YFU mit zwei anderen Austauschschülern aus dem Bus, um unsere temporäre Familie kennen lernen zu können. Der Grund, warum ich mich für diesen so genannten kulturellen Austausch angemeldet habe, war, weil ich unbedingt auch die schwarze Kultur sehen und kennen lernen wollte! So lebte ich für die kommenden zwei Wochen in einer schwarzen Familie und ging zu einer schwarzen Schule. Für viele Leute dort war es so speziell eine weisse Person in diesem Township zu sehen und für einige junge Leute war ich die ERSTE weisse Person, die sie in ihrem Leben gesehen haben und berühren konnten. Es war wirklich eine total neue Kultur. So essen sie zum Beispiel mit den Händen, leben in sehr einfachen Häusern (wo es kein fliessend Wasser gibt), schlagen die Lehrer die Schüler noch, wenn sie zu spät in die Schule kommen, ist das Thema AIDS sehr gegenwärtig (70% der Schülerinnen meiner Klasse hatten schon ein Kind oder sind schwanger und einige besitzen ein Armband mit dem Zeichen, dass sie mit HIV infiziert sind), essen sie jegliche Teile der Tiere (wie z.B. die Hühnerfuesse oder den Kuhmagen), und und und (auch ich wurde gefragt, ob ich schon Kinder hätte und jemand hat mir sogar einen Heiratsantrag gemacht). Die ersten zwei Tage verspürte ich einen wirklichen Kultur-Schock, so viel war anders. Auch das Essen zu Hause bestand hauptsächlich aus Pub, was eine Art weisse Masse ist, die nicht wirklich nach etwas schmeckt. Da ich kein fliessend Wasser in meinem Haus hatte, wusch ich mich aus Kübeln mit Regenwasser und zum Beispiel waren auch Kakerlaken und Schlangen (ich habe zwei Meter vor meinen Augen eine schwarze Mamba gesehen) im und ums Haus. Aber all diese „nicht-so-tollen Sachen“ verblassten, wenn man die Gastfreundlichkeit dieser schwarzen Leute sieht!!! Meine Familie, wie auch die Leute in der Schule und auf der Strasse waren so interessiert an einer „weissen Mitbewohnerin“, dass ich wirklich auf Händen getragen wurde! Jeder wollte mit mir reden und so viele Leute, die mir immer Geschenke geben wollten… Am Freitag hatten sie einen wichtigen Tag unter den Grad 12, an welchem meine Klasse gegen die anderen Klassen in Tanzen und Singen einen Wettkampf hatten. Ich war Teil dieses speziellen Tages und bin so begeistert über den Gesang und die Kunst des Tanzens!!! Bevor wir aber dieses schöne Dörflein wieder verlassen mussten, besuchte ich mit einer anderen Austauschschülerin Swaziland, ein kleines Ländlein, so schön wie die Schweiz! Zudem lud uns die Regierung in den Kruger-National-Park ein, wo wir viele viele wilde Tiere in freier Wildbahn sehen konnten, darunter: Zebras, Rhinos, Seepferde, Löwen, Springbocks, Giraffen, Elefanten (wobei uns der Älteste angreifen wollte…), Baboons (Affen), Kudus, Schildkröten, …!!!! Es war ein fantastischer Trip und mit vielen Erinnerungs-Fotos kam ich für einen letzten Tag zurück in meine schwarze Familie. Der Abschied fiel mir schwer, denn ich weiss nicht, ob ich je wieder an diesen Ort zurückkehren werde… Auch für die vielen Leute, die ich kennen lernen durfte, war es schwer, mir auf Wiedersehen zu sagen… All diese Leute werden aber noch lange in meinen Erinnerungen sein, mit ihrer freundlichen und immer zuversichtlichen Art und Weise! Nun bin ich seit zwei Tagen wieder zurück in meiner Gastfamilie in Bloemfontein und bin froh, all meine Freunde und Familie wieder zu sehen!! Ich hoffe, ihr habt in diesem Bericht gesehen, wie unterschiedlich und doch so interessant dieses Land ist!!!! Ich kann nach diesem Monat nur sagen, wie glücklich ich bin, Südafrika als mein Austauschland gewählt zu haben! Ich hoffe euch allen geht es gut und dass ihr den Schnee geniesst ;)! Bis in einem Monat! Eure Saskia
|




