Saskia in Südafrika: Oktober 2009

Hello almal

 

Der Oktober verging wie im Flug… In der letzten Woche der Fruehlingsferien habe ich mich mit Schulfreunden getroffen, lange geschlafen, Rusks (ein typisches suedafrikanisches Kaffee-Gebaeck) gebacken, einen Braai mit meiner Gastfamilie gehabt und am Samstag bevor die Schule wieder begann, haben wir mit YFU einen Trip zum Paint-Ball-Spielen gemacht... Neben uns 5 Austauschschuelern, die in Bloemfontein leben, haben uns auch 2 Junior-Volunteers und 2 andere Austauschschueler aus Pretoria Gesellschaft geleistet. Es war ein Nachmittag voller Spass und als wir am Abend unsere blauen Flecken begutachtet haben, wurde uns erst richtig klar, wo wir ueberall getroffen worden sind ;)… Nach einem abschliessenden DVD-Abend sind wir alle spaet abends in die Betten gefallen und haben unseren langen Schlaf in vollen Zuegen genossen.

 

Nach diesen herrlichen Ferien hat der Ernst des Lebens wieder begonnen, die Schule! In der ersten Woche habe ich meinen Bericht ueber die geschriebenen Examen bekommen, das Ergebnis: in jedem meiner Faecher habe ich mit 30% oder mehr bestanden… In Afrikaans habe ich mich mit knapp 32% durchgeschlagen und Art (Kunst) als mein bestes Fach mit 82% abgeschlosssen. Als eine Art Belohnung der Schule fuer unsere guten Resultate, sind wir mit unserer Toerisme- Klasse nach Gold-Reef-City gefahren (ein Fun-Park, etwa wie der Europa-Park), es war ein Tag voller Spass mit dem Besuch vieler Bahnen…

Neben dem Schulischen hat aber etwas ganz anderes meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen: Der Fruehlingsball!!!!! Neben Kleider anprobieren (zum Thema an Bord), wurde mir von meinem geduldigen Gastbruder tanzen beigebracht.

Bevor aber der grosse Abend am Samstag stattfinden konnte, habe ich an einem Athletik-Grossereignis teilgenommen. Neben den Schulen aus Bloem, haben sich Schulen aus ganz Suedafrika bei unserem Stadion eingefunden, um sich in den unterschiedlichsten Disziplinen zu messen. Ich genoss es sehr, auch wenn ich in meiner Disziplin (1500m) etwas muede Beine verspuehrt habe. Wieder zu Hause galt es sich in weniger als 2 Stunden fuer den ersten Ball meines Lebens bereit zu machen. Mit kraeftiger Unterstuetzung meiner Gastschwester sowie meiner Gastmutter war ich puenktlich um halb 7 an der Schule, wo bereits mein Date ungeduldig auf mich wartete. Ich verbrachte einen unvergesslichen Abend mit tanzen, chatten und dem Posieren fuer Fotos. Es war wirklich traumhaft – so, wie man es immer in den amerikanischen Filmen sieht! Aber auch dieser Abend musste sich einmal einem Ende zuneigen und so bin ich gluecklich, aber sehr muede nach Mitternacht in einen tiefen Schlaf gefallen.

In der folgenden Woche am Dienstag hat sich meine ganze Schule (Jim Fouche) beim Stadion eingefunden um bei schoenstem Wetter einen Sporttag zu absolvieren. Ich hatte eine Menge Spass, was den verschiedenen Disziplinen, an denen ich teilnehmen konnte, zu verdanken ist. Neben Hammer-Werfen, Diskus, Hochsprung, 4 Mal 100m (mit Stab), 200m und 400m, bei denen ich mehr zum Spass teilnahm, konnte ich im 800m und 1500m sogar den Sieg feiern. Es war unbeschreiblich und neben dem Sport konnte ich viele neue Leute kennenlernen…

Auch dieses Wochenende (das fuer mich schon am Freitag began) sollte ein unvergessliches werden. Frueh in der Woche hat sich unsere Kontakt-Person von YFU gemeldet und uns mitgeteilt, dass er uebers Wochenende eine andere Austauschschuelerin in Harrismith (ein kleines Dorf im Sueden des Frei-Staates) besuchen moechte. Natuerlich habe ich sofort zugestimmt und so fuhren wir am Freitagmorgen um 6.00 Uhr Richtung Harrismith los. Nach einer 3- stuendigen Fahrt sah ich zum ersten Mal nach unserem Ankunfts-Lager Lea, eine Austauschuelerin aus Deutschland. Sie zeigte mir ihr Leben in Suedafrika… Sie ist Teil einer Christen-Privatschule geworden, welche sehr klein ist und so ist sie die aelteste der ganzen Schule und mit niemandem in dem selben Grad (Stufe). Sie lernt aus einem Buch und wenn sie das Lernziel des Tages erreicht hat, kann sie nach Hause gehen. Es war etwas ganz Neues fuer mich und ich glaube auch fuer sie. Wir haben uns lange unterhalten und unsere Erfahrungen ausgetauscht und nach einem “lekker” (das Wort, dass alles Gute beschreibt und jeder Suedafrikaner mindestens einmal pro Satz braucht) DVD-Abend sind wir muede eingaschlafen. Nach langem Ueberreden unserer Kontakt- Person haben wir uns am Samstagmorgen auf einen Trip nach Durban (4. groeste Stadt in Suedafrika) gemacht. Viel habe ich ueber diese Stadt am Meer gehoert und so konnte ich es kaum erwarten aus dem Auto auszusteigen und ins Meer zu laufen. Neben dem Meer habe ich das neu- gebaute Fussball-Stadion gesehen, Suedafrika in “Mini-Town” begutachtet, an den Strandmaerkten sehr billige Andenken eingekauft und als Highlight des Tages haben wir “Ushaka-Marine” besucht. Dies ist eine Art Wasserpark, der in 2 Teile unterteilt ist. Der erste Teil besteht aus einem riesigen Aquarium, wo man Haie, alle Arten von Fischen, Qualen, Seesterne,… von unglaublich nah (nur durch eine Scheibe getrennt) bewundern kann. Es war spektakulaer und nach Fotos mit “typischen” Zulus (einer Schwarzen Kultur-Gruppe) und einer Delphin- und Robbenshow haben wir zum anderen Teil des Wasserparks gewechselt. Bis sich der Tag dem Ende zugeneigt hat waren wir auf diesen Wasserrutschen und als es langsam dunkel wurde, haben wir uns auf die Rueckfahrt gemacht. Bevor wir aber Durban endgueltig verlassen haben, haben wir in einer der groessten Einkaufzentrums ganz Suedafrikas Pizza gegessen… und wer haette es gedacht? Ich habe auf der Rueckfahrt sogar ein bisschen Heimat erlebt… In Kwazulu-Natal (einer der 9 Provinzen in SA, in welcher Durban gelegen ist) befindet sich naemlich ein Ort namens “Little Switzerland”, ein kleiner Berg in mitten des flachen Landes… und nicht weit entfernt von diesem Ort haben wir mit dem Auto Baboons gesehen (eine grosse Affenart, die sehr aggressiv werden koennen)…

Am naechsten Morgen musste ich mich schon wieder von Lea und ihrer Familie verabschieden, um den Weg zurueck nach Bloem anzutreten.

Ein unwahrscheinlich schoenes Wochenende war schon wieder Vergangenheit…

Die naechste Schulwoche war nicht viel los, das groesste Ereignis war, als wir unsere Matrieks (die Aeltesten der Schule, die Grad 12) in der Hall verabschiedet haben. Nun sind wir die Aeltesten! Das bedeutet einige Vorteile, die nur wir geniessen duerfen, wie z. B. in der Hall auf Stuehlen zu sitzen, eine andere Schuluniform zu tragen, die Stuehle beim Snoepie (unser Kiosk) zu benuetzen,…

Am Mittwoch-Abend waren wir zu einem Braai eingeladen, wo ich wieder viele neue Leute kennenlernen konnte.

Am Samstag war unsere Schule Gastgeber eines weiteren Athletik-Wettkampfes, wo wiederum Schulen aus ganz Suedafrika teilgenommen haben. Ich trainiere jeden Tag und so bin ich ganz zufrieden mit meinen Resultaten im 800m und 3000m.

Auch an diesem Wochenende waren wir wieder mit YFU unterwegs. Wir waren bei dem sogenannten “Zoosnooze”, was so viel heisst, als dass man im Zoo sein Zelt aufstellt, einen Braai macht und in mitten all dieser Tiere schlaeft (oder versucht zu schlafen;)). Es war eine Menge Spass, auch wenn wir etwas Pech mit dem Wetter hatten (es regnete die ganze Nacht). Zudem haben wir eine andere Austauschschuelerin aus Frankreich kennengelernt, welche im Kinderhaus in Bloem fuer ein paar Wochen arbeitet.

 

Das war ein Monat voller Abenteuer und ich freue mich schon unglaublich auf den naechsten Monat!

 

Neben diesem Wochenende, das ich in Johannesburg verbringen werde, bleibt noch eine Woche Schule bis unsere End-Examen beginnen… 3 Wochen und danach beginnen unsere langersehnten Sommerferien!

 

Ich bin gespannt und gruesse euch alle herzlich aus dem heissen Suedafrika

 

Eure Saskia

 

 

 

 

 

 
12:30 | 04.Februar 2012