50 years YFU Switzerland
Isabelle in Norwegen: September 2007

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, seit ich das letzte Mal geschrieben habe. So viel ist inzwischen passiert

Anfang September fragte mich ein Mädchen aus meiner Klasse, ob ich Lust hätte, dem Fussballverein beizutreten. Ich war sehr überrascht und erfreut und sagte natürlich zu. Nun habe ich jeden Dienstag und Donnerstag Fussballtraining. Verglichen mit den andern, bin ich sehr schlecht, denn die meisten im Team spielen seit ihrer Kindheit. Doch es sind alle sehr nett, geben mir Tipps und rufen jedes Mal, wenn ich den Ball auch nur in die richtige Richtung oder zur richtigen Spielerin kicke, „bra“, was in etwa „gut“ heisst.. Der Trainer scheint auch nett zu sein, doch er spricht leider nicht wirklich Englisch.Image

Diesen Monat erlebte ich auch eine erste, kleine Heimwehwelle. In der zweiten Septemberwoche, lief es nicht so gut. Ich hatte das Gefühl ich mache alles falsch. Mit der Sprache gehe es nicht vorwärts, ich passe nicht in dieses Land etc. Das schlimmste war, dass ich dann auch noch an einem Abend alleine zu Hause war und nicht so genau wusste, was ich tun sollte. Es war nicht so, dass ich heulte oder unbedingt nach Hause wollte, es zeigte sich eher so, dass ich die Tage zählte und jedes mal erleichtert war, einen weiteren Tag überstanden zu haben. Doch ich überstand diese Woche und mir geht es wieder gut. Ich höre immer wieder „So flink du er“ (wie schnell, gut du bist) und das stellt mich immer unheimlich auf. Und wenn ich dann wieder mal das Gefühl habe, es gehe einfach nicht vorwärts mit der Sprache, rufe ich mir das ins Gedächtnis.

Vorletztes Wochenende war ich bei meinen Grosseltern zu Gast, da meine Gasteltern auf eine Velotour gingen, und meine Gastschwester bei ihrem Vater war. Am Freitag war ich bei Åslaug eingeladen. Wir buken zusammen einen „Schwiizer Schoggi Chueche“. Später kam noch ihre Freundin Hege. Die ganze Familie hatte Freude an unserem „Schoggi Chueche“ und ich kann ihn wirklich nur weiterempfehlen. Mit wohlig vollem Magen schauten wir dann noch einen Film. Dieser Abend war einfach richtig gemütlich und genau das richtige nach meiner Heimwehwoche. Am Samstag ging ich dann mit meiner Grossmutter und ihrer Freundin auf einen Hügel und genoss die wunderschöne Aussicht.
Meine Grosseltern sind sehr lieb. Sie haben sehr viel Geduld mit mir und sie sprachen das ganze Wochenende fast nur norwegisch mit mir! Sie haben die Geduld zu warten, bis ich einen vernünftigen Satz zusammen geschustert habe, und sie schwärmen die ganze Zeit, wie schön die Schweiz und wie gut der Käse doch sei.
Am Sonntag erlebte ich dann meinen ersten Schnee. Ja, ihr habt richtig gelesen, Schnee im September. Ich staunte nicht schlecht, als ich dicke, weisse Schneeflocken vom Himmel fallen sah. Doch der Schnee blieb nicht liegen. Es war nur ziemlich kalt.
Am Abend sah ich dann meinen ersten norwegischen Film, denn meine Grossmutter hat mich  ins Kino mitgenommen. Der Film war ziemlich seltsam, ohne richtige Aussage am Schluss. Doch ich war überrascht, wie viel ich verstand. 

ImageLetztes Wochenende fuhr ich mit Åslaug und Hege in eine nähere Stadt. Wir flanierten durch die Läden und probierten viele Kleider an. Ich ergatterte zwei Paar Jeans in einer „zwei für eins“ Aktion. Sie zeigten mir auch den norwegischen H&M und ganz viele andere Läden. Sie waren erstaunt, wenn ich sagte, dass es diesen und jenen Laden in der Schweiz nicht gäbe. Wir hatten wirklich eine Menge Spass an diesem Nachmittag und fuhren alle ganz zufrieden nach Hause.

In diesem Monat hatten wir auch die ersten Prüfungen. Französisch war lächerlich einfach. Wir durften unseren Dictionaire und eine Verbenliste im Test gebrauchen. Der Test selbst bestand aus einem Diktat, zwei kleinen Grammatikaufgaben und einem Text über ein Französischsprachiges Land (ich schrieb über die Schweiz). Ich erhielt dann eine 5- für meine Prüfung und war somit Klassenbeste. Das Notensystem geht hier auch von 1-6 doch eine 3 ist noch ganz ok. Nur bei einer 1 fällt man durch. Es gibt durchaus Leute, die meistens eine 2 schreiben und schon sehr erfreut über eine 3 sind.  

Somit ist auch schon mein September Bericht fertig und ich sage auf Wiedersehen, bis Ende Oktober. 

Eure Isabelle

 

Oktober 2007  

 
23:32 | 17.Mai 2012