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Bonjour! Dies ist nun wohl schon mein letzter Eintrag den ich aus Frankreich schreiben werde. Ich melde mich dann bestimmt noch einmal nach meiner Rückkehr in der Schweiz, um von meinem letzten Monat zu schreiben. Der Monat Mai war alles andere als langweilig. Die oft mit Feiertagen verlängerten Wochenenden waren selten erholsam. Am ersten Wochenende war die dritte und letzte YFU-Réunion. Diesmal dauerte sie aber nicht nur einen Tag wie die letzten beiden, sondern das ganze Wochenende lang. Es war ein Camping am Meer für alle Austauschschüler und ihre Gastgeschwister organisiert worden. Den Samstag verbrachten wir also am Meer. Das Wetter war nicht ausgezeichnet, aber wenigstens regnete es nicht. Baden ging aber trotzdem praktisch niemand... Wir schliefen dann auf dem Campingplatz in Bungalows und am nächsten Tag war die übliche Réunion mit den Gasteltern. Wir sprachen viel vom Nach Hause gehen, was mir aber nicht wirklich aktuell vorkam, ich hatte den Eindruck, dass meine Heimreise noch ziemlich weit weg sei, schliesslich blieben ja noch zwei Monate... Nun bleibt aber nur noch ein Monat, und das Thema "nach Hause gehen" ist sehr aktuell geworden. An Auffahrt kamen mich dann drei Freunde aus der Schweiz besuchen. Meine Gasteltern erlaubten ihnen im Garten zu Campen und bei uns zu essen. Sie kamen am Freitag in Caen an. Mein Gastvater schlug uns vor, eine kleine Touristenrunde zu machen. Wir fühlten uns wie echte Japaner, denn wir schafften es in einem Tag die ganze Basse-Normandie zu besichtigen =)... Zuerst gingen wir ans Meer, zum Baden war es aber zu kalt. Dort assen wir dann zu Mittag. Am Nachmittag machten wir noch eine Tour durch Bayeux und besichtigten den amerikanischen Friedhof am Ohama Beach. Dies war sehr beeindruckend. 9387 amerikanische Soldaten sind dort begraben. Auf jedem Grab steht ein Kreuz für einen christlichen Soldaten oder ein Stern für einen Soldaten anderer Konfession. All diese Sterne und Kreuze sind genau symmetrisch angerichtet. Wenn man dann zwischen all diesen Gräbern steht kommt man sich total verloren vor. Als wir am späten Nachmittag bei mir ankamen, erlebten wir totales Fullhouse! Meine Gastmutter ist Tagesmutter und an diesem Tag waren sechs Kleine da. Dazu kamen meine drei Gastgeschwister, meine drei Freunde, die Eltern und ich. Fünfzehn Personen in einem Haus, das vorgesehen ist für sechs...=) Am Abend assen wir im Garden und die Stimmung war super angenehm. Am Samstag gingen wir dann noch Caen besichtigen und am Sonntag reisten sie wieder ab. Diesmal mit mehr Gepäck als bei ihrer Ankunft: ich gab ihnen einen 25kg Koffer mit... Denn für meine Heimreise darf ich nur 20kg Gepäck dabei haben, so gab ich ihnen schon einmal eine grosse Menge mit. Meine Gasteltern fanden meine Freunde sehr sympathisch und mein Gastvater verliert langsam ein bisschen seine Vorurteile über die Schweizer. Die Woche darauf hatte ich dann meine Französischprüfungen. Die Matur werde ich hier nicht machen, denn die mündlichen Prüfungen finden am 29. Juni statt, ich reise aber schon am 28. ab. Ich konnte aber das DELF, ein Französischdiplom, machen. Ich wusste nicht recht, welches Niveau ich machen sollte und schrieb mich schlussendlich für das mittlere der drei ein. Als ich dann meine mündliche Prüfung ablegte, wusste ich, dass dies ein Fehler war: Der Examinateur war richtig enttäuscht und sagte, dass er nichts anderes machen könne, als mir das Maximum der Punkte zu geben... Naja, wenigstens habe ich auf Nummer sicher bestanden. Am letzten Wochenende hatten mein Gastvater und -bruder dann plötzlich die Idee, Bungy-Jumping zu machen. Sie wollten, dass ich es auch tue, das Verbot von YFU kam mir aber gerade recht, so hatte ich eine Ausrede, warum ich es nicht machen werde und stand nicht als Angsthase da... =) Und dann kam schon die letzte Schulwoche vor den Sommerferien. Viele kamen gar nicht mehr zur Schule, denn am Anfang der Woche bekamen wir die Zeugnisse und diejenigen, die wiederholen werden kamen nicht mehr... Ich fand dies eher schade, so konnte ich ihnen gar nicht richtig auf Wiedersehen sagen... Die Woche war trotzdem witzig. Viele verkleideten und schminkten sich, spielten Gitarre in der Eingangshalle... Es war richtig Ferienstimmung. Der letzte Schultag war dann aber irgendwie traurig. Im Deutschunterricht hatte mir die Klasse ein Überraschungsabschiedsznüni vorbereitet, was ich total nett fand. Zuerst wollten sie Schweizer Spezialitäten vorbereiten, merkten aber, dass sie praktisch keine kannten und liessen es schlussendlich bei Kuchen, Orangensaft und Kinderüberraschungseiern. Am Abend war ich dann traurig, dass das alles jetzt schon vorbei ist. Ich erinnerte mich an meine ersten Wochen in dieser Schule, die ich überhaupt nicht mochte und jeden Tag zählte... Und jetzt war ich traurig, dass dies mein letzter Tag war. Ich fühle mich sehr hin- und hergerissen. Einerseits freue ich mich meine Leute aus der Schweiz wieder zu sehen, in der Schule mit einem Ziel zu arbeiten (hier hatte ich zwar gute Noten, ich war fünft beste der Klasse und hatte Notion "bien", doch bringt mir das ja gar nichts...), aber andererseits habe ich Angst davor, meine Gewohnheiten zu verlassen, mich wieder an mein Schweizerleben zu gewöhnen und wieder deutsch zu sprechen. Meine Gastfamilie wird nächstes Jahr zum ersten Mal seit sieben Jahren niemanden aufnehmen, da sie umbauen werden. Sie sagen also immer wieder, dass das Zimmer frei sei, falls ich kommen möchte... All zu viel sollte ich ja nicht vom Abschied schreiben, schliesslich bleibt mir ja noch einen Monat, den ich noch geniessen und ausleben möchte.
À bientôt !
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