50 years YFU Switzerland
Nicole in Frankreich: August 2006
Seit drei Tagen bin ich nun bei meiner Gastfamilie. Aber ich möchte gar nicht da anfangen. Ich beginne am Anfang: Meine Abreise. Am Freitag Morgen musste ich um acht Uhr am Flughafen Zürich Kloten sein. Was für mich bedeutete, dass ich um 6.15 Uhr aufstehen musste.

Glücklicherweise war ich sowieso genug nervös, dass mir dies keine Probleme bereitete. Die vielen Abschiede in der Schweiz fielen mir schon schwer, wie ich eigentlich auch erwartet hatte... Vor allem die allerletzten, die mit meinen Eltern und meinem Freund, denn dann bemerkte ich erstmals, dass es jetzt wirklich losgeht.

Glücklicherweise war ich nie allein. Ich reiste zusammen mit Carmen und Annette, den anderen beiden Austauschschülerinnen, die ebenfalls nach Frankreich reisten. Im Flugzeug warteten wir zirka 1,5 Stunden. Das war schon unangenehm, gerade ich, die etwas Angst vor dem Fliegen hat...

EiffelturmIch wurde also mit zunehmender Wartezeit zunehmend nervöser. Schlussendlich war der Flug aber nicht so schlimm. In Paris angekommen ging das Warten weiter. Zuerst warteten wir auf die Ankommenden aus Chile und Argentinien und dann warteten wir vor der Herberge, wo wir später übernachteten... Am späteren Nachmittag begannen dann die Kurse. Wir wurden mit Problemen konfrontiert, die während unseres Aufenthaltes auf uns zukommen könnten. Vieles davon hatten wir am Vorbereitungswochenende in der Schweiz schon besprochen und so wurde es ziemlich schnell ermüdend! Ausserdem wurde alles auf Französisch und Englisch erklärt, was das ganze noch mehr in die Länge zog. Doch der Abend machte den ganzen langweiligen Tag wieder gut!

Um acht Uhr kam uns der Bus abholen, mit welchem wir zur Seine gefahren wurden. Dort  bestiegen wir so ein Touristen-Sight-Seeing-Boot. Das war grossartig!!! Ich war noch nie in Paris und war völlig benebelt vom  wunderschönen "Paris by night". Carmen, Annette und ich konnten gar nicht mehr auf die Sprecherin hören, welche unablässig auf französisch, deutsch, englisch und japanisch etwas zu den Monumenten kommentierte. Wir staunten nur noch und diktierten Carmen herum, was sie alles fotografieren solle, denn wir beiden hatten unsere Fotoapparate vergessen...

Danach fiel ich todmüde ins Bett, mit dem Wissen, dass es am nächsten Tag hart weitergehen würde. Am Morgen hatten wir noch einmal diese ermüdenden Kurse, die dann aber schon bald in einer Bus-Zuteilung endeten. Ich war im zweiten Bus, wäre aber lieber im ersten Bus gewesen, denn jetzt wollte ich nur noch so schnell wie möglich zur Gastfamilie. Ich war schon etwas nervös, wie das dann so würde...

Nach zwei Stunden Zugfahrt kam ich endlich mit vier anderen Austauschschülern in Caen an. Dort erwartete mich auch schon meine ganze Gastfamilie, die mich wirklich nett empfing. Mit dem Auto gelangten wir dann bis zu meinem neuen Zuhause in Aunay sur Odon. Das Haus ist recht überfüllt mit Möbeln und irgendwelchem Kram. Eigentlich habe ich gehofft, dass genau das nicht der Fall sein wird, aber nun finde ich es gar nicht schlimm und habe mich schon dran gewöhnt. Ich habe ein schönes Zimmer. Leider habe ich keinen Kleiderschrank, sondern nur eine sehr kleine Kommode, doch erstaunlicherweise fanden schlussendlich doch fast alle Kleider platz darin.

Was ich auch nicht erwartet hätte, ist, dass ich ein eigenes kleines Badezimmer besitze. Es ist zwar wirklich klein und Badezimmer ist auch übertrieben, denn es befindet sich nur ein Lavabo darin, doch ich finde es trotzdem super! Meine Gastfamilie ist sowieso super! Sie sind unheimlich nett und lustig.

Gestern Abend habe ich noch bis 1 Uhr Morgens mit meinen Gastgeschwistern rumgealbert. Wir wollten eigentlich immer schlafen gehen, doch dann fiel uns doch wieder etwas Witziges zum Erzählen ein...

Mit meinem Französisch komme ich eigentlich recht gut durch, schliesslich besuche ich das Fach ja schon seit sieben Jahren in der Schule. Allerdings merke ich genau, wo meine Lücken sind. Zum Beispiel beim Essen. Meine Gastmutter fragte mich, was für Essen ich nicht mag. Leider wusste ich nicht, was Rosenkohl oder Sauerkraut auf Französisch heisst... Da holte sie ein riesiges Lexikon hervor, wo ich dann auf die Dinge zeigen konnte, die ich nicht gerne habe.

Morgen gehen wir dann nach Vire, um meine Schulbücher (die ich leider alle kaufen muss) zu holen. Ausserdem zeigen sie mir dann dort meine Schule. Ich freue mich! Diese Ausflüge mit der Familie sind toll, gestern waren wir am  Meer, das war auch grossartig....

Also, bis bald und grüsst die Schweiz von mir!!!

 

 
23:25 | 17.Mai 2012

Nicole