50 years YFU Switzerland
Nicolas in den USA: September 2007
 
Nun ist es schon 6 Wochen her, dass ich die Schweiz verlassen habe und ehrlich gesagt kommt es mir vor, als wäre es nur eine Woche gewesen.Image

Ich habe mich langsam an alles gewöhnt, die Temperaturen sind nicht mehr so extrem (jedoch immer noch sommerlich), meine Verhaltensweisen haben sich den Amerikanern angepasst, mein Deutsch wird unsicher und ich kann nicht aufhören ‘Doughnuts’ und ‘Cookies’ zu essen.

Da ich meine geographische Situation im letzten Eintrag ein bisschen vernachlässigt habe, hole ich dies nun nach… Ich wohne in Cleveland, Georgia. Cleveland ist ca. 2 Std von der nächsten (wirklich) grossen Stadt Atlanta, entfernt. Hier liege die Häuser alle ca. 100 Meter auseinander. Dazwischen gibt es keinen Gehweg und so fährt man auch die kürzesten Distanzen mit dem Auto. Deshalb besitzt auch jeder 16 jährige Amerikaner ein Auto, ausser ICH. Da die Leute aber sehr freundlich sind, ist dies kein Problem. Ich werde überall hin „chauffiert” (dementsprechend ist der wichtigste Satz auch: “Can you give me a ride?”). Das beste Beispiel für dieses Phänomen ist eine Kollegin von mir. Sie ist 17 Jahre alt und besitzt schon 4 Autos, in der Schweiz wäre dies unvorstellbar!

Die Temperaturen sind immer noch hoch, bis jetzt habe ich erst 2-mal lange Hosen getragen (wegen Regen). Heute, am 26. September, ist es immer noch ca. 30 Grad Celsius warm.  

Mein Englisch ist wahrscheinlich auch besser geworden und ich habe immer weniger Probleme, die Leute zu verstehen, mein Akzent fällt jedoch immer noch sehr auf (vor allem bei den Mädchen).

ImageMittlerweile habe ich schon zwei “Football Games” besucht. Es war ein riesen Spass! Ich habe auch herausgefunden, dass es in erster Linie darum geht, das eigene Team zu unterstützen und nicht das Spiel zu verfolgen! Vor jedem “Homegame” trifft man sich mit den anderen Schülern und feiert eine “vor-dem-Spiel”-Party (Pizza, Burger, Hot Dogs und vor allem “Facepainting”).

In gut 4 Wochen ist “Homecoming” angesagt. Bis jetzt konnte mir niemand erklären, warum dies gefeiert wird, aber es wird gefeiert! Es ist ein Ball, bei dem es jedoch wichtig ist, dass der Junge das Mädchen auffordert, mit ihm zu tanzen. Diese Fragerei hat diese Woche begonnen, es ist also ein ziemlich wichtiger Event. Ich persönlich bin auch gerade in der Situation, dass ich die Antwort eines Mädchens erwarte…

Da meine Gastmutter arbeitet, musste ich immer mit dem Schulbus nach Hause fahren. Dies ist nun zum Glück vorbei. Ich habe jemanden gefunden, der mich nach der Schule nach Hause fährt (neben 45 min Zeitersparnis, muss ich auch nicht mehr die schreienden Kinder ertragen).

Ach ja, am 15. September hatten wir ein YFU-Meeting. Die Hälfte der Austauschschüler waren Deutsche, ich konnte mein Deutsch also ein bisschen auffrischen. Eigentlich gab es nicht viel zu tun, ausser mit den anderen Austauschschülern über die Familie und die örtlichen Gegebenheiten zu reden. Ich habe erfahren, dass sehr viele gar keine definitive Familie haben, sondern ‘nur’ eine Ankunftsfamilie, ich bin gewissermassen also ein Glückspilz

So, das war es dann auch schon nach 6 Wochen…
Liebe Grüsse aus den Staaten

Nicolas
 
 
 
23:25 | 17.Mai 2012