50 years YFU Switzerland
Nicolas in den USA: August 2007
Hey

Nun schreibe ich nicht mehr aus der Schweiz, sondern aus dem 2000 Seelendorf Cleveland, Georgia...

Als ich vor 2 Wochen das letzte Abendessen im Hotel “Züriberg” genoss, klingelte mein Handy. Es war Frau Kitagawa, die mir 15 Stunden vor meinem Abflug in Zürich mitteilte, dass ich mein nächstes Lebensjahr in Cleveland, Georgia (nicht Ohio) verbringen werde. Ich hatte ehrlich gesagt gar nicht mehr damit gerechnet, einen Anruf zu erhalten. Am nächsten Tag ging's dann endlich los, um 12:10 hob unser Flieger in Zürich ab. Die nächsten 9 ½ Stunden verbrachten wir dann im Flieger, ich kann nur sagen es war sehr anstrengend (da wurde schon ein Tomatensaft, den eine Passagierin bestellte zum Ereignis - Nathalie: öh, gsesch diä dert? di trinkt TOMATÄSAFT!!!)  oder auf die Frage ob ich mein Handy nun wieder einschalten könne, wusste Judith nur zu sagen: “ja du hesch ja z fänschtr zuä!”. Als ob ich es eben geschlossen hätte)... Nach diesem anstrengenden Flug, übernachtete ich mit mehreren anderen Schweizer-Austauschschülern in Washington DC um dann am nächsten Morgen weiter nach Atlanta, Georgia zu fliegen. Dort wurde ich dann von meiner Gastmutter und meinem Gastbruder abgeholt…Image

Nun bin ich seit meinem Geburtstag hier und habe mich mitlerweile schon an die enorme Hitze gewöhnt. Gestern am Abend empfand ich 85 Grad Fahrenheit (ca. 30 Grad Celsius) gar nicht mehr als heiss, sondern als angenehm warm. Seit ich hier bin hat es praktisch keinen Tag gegeben, der die 100 Grad (ca. 39 Grad Celsius) Marke nicht geknackt hätte, was auch für die Leute hier ein Rekord war... Zusätzlich gab es schon einen Tornado über Cleveland, den ich gar nicht bemerkt habe. Die Hälfte der Einwohner hatte keinen Strom, weil die Bäume auf die elektrischen Kabel gefallen sind.

Meine Gastmutter Kathy ist eine sehr freundliche und fürsorgliche Gastmutter, wenn ich vergessen habe wie genau jetzt die Waschmaschine funktioniert, kann ich sie fragen und bekomme fachmännische Auskunft. Den Gastvater Bob habe ich leider noch nicht kennen gelernt, da er noch das Zweithaus in der Nähe von New York renoviert... Mein Gastbruder, Vinny, ist gut gebaut, hört gerne Rockmusik (spielt auch selbst Symbols oder Drums, blicke nicht ganz durch),  spielt gerne mit seiner Play Station 2 oder seinem Nintendo Wii (bin auch schon ganz begeistert) und schaut gerne Fernsehen... Zusätzlich spielen wir nun jeden Samstag in einer Bowling League, fühle mich ein bisschen unprofessionell, glücklicherweise ist er aber nicht besser als ich, ich falle also nicht komplett ab!

ImageUnd nun zum wichtigsten Teil: der HIGH SCHOOL... Ich liebe die High School! Dort treffe ich jeden Tag auf neue Leute, die übrigens sehr offen, freundlich und zuvorkommend sind. Ich konnte sogar nach 2 Tagen zu meinem bis jetzt besten Freund Matt, Fussball schauen gehen (leider waren es wieder mal die Deutschen, die gewannen), er ist ein richtiger Fussball-Freak und zusätzlich noch Arsenal-Fan, wir verstehen uns in Sachen Fussball also vorzüglich (er kennt übrigens auch die “Boerner Young Boys”, warscheinlich der einzige in den ganzen USA...). In der High School belege ich die Fächer Englisch (verstehe ich ehrlich gesagt nicht viel), Französisch (kann ich warscheinlich besser als die Lehrerin), Calculus (das schwierigste Math, das sie hier zu bieten haben) und Team Sports (bis jetzt haben wir nur Volleyball gespielt)...
Hier belegt man jeden Tag dieselben Fächer, die Abwechslung ist dementsprechend gering, aber der “schulische” Teil der Schule steht für mich sowieso nicht im Vordergrund.
Das mit dem Englisch ist übrigens überhaupt kein Problem, ich muss nur ab und zu nachfragen, wenn die Leute mit ihrem ‘southern english’ fast die Hälfte verschlucken.

Leider konnte ich noch keinem Klub beitreten, da ich viel Administratives zu erledigen hatte, aber ab Oktober ist hier Basketball Saison und im Februar folgt dann endlich SOCCER!
Aja, das Essen ist hier tatsächlich nicht sehr ausgewogen, am ersten Tag musste ich sogar hungern, weil es kein für mich essbares Essen im Kühlschrank hatte, das hat sich nun zum Glück geändert und ich habe warscheinlich schon ein bisschen zugenommen...

So das war's nach den ersten zwei Wochen, ich hoffe ich konnte euch einen ersten Eindruck von meinem neuen Zuhause vermitteln.

Liebe Gruesse nun aus den USA


Nicolas

 
23:20 | 17.Mai 2012