50 years YFU Switzerland
Matthias in Neuseeland: Oktober 2007
Umziehen und HerumziehenImage
 
Ihr habt schon sehr, sehr lange nichts mehr von mir gehört und darum war es dringend Zeit ein Lebenszeichen zu setzen. Vieles ist geschehen seit dem letzten Mal.
 
Gastfamilienwechsel
Am Abend des 1. August (nach einem kleinen Raclette Fest) teilte mir meine Ex-Gastmutter Judy mit, dass sie mich nicht mehr hosten können. Der Besitzer unseres alten Hauses wollte einziehen, weshalb Judy und Arthur ein neues Haus suchen mussten. Die Anforderungen und die hohen Mietzinsen machten dies nicht leicht. Schlussendlich fanden sie dann ein Haus, das aber so viel kostet, dass sie mich nicht auch noch finanzieren können.
Ich machte mich also daran,  eine Familie im Raum Te Awamutu zu finden.
Ich erhielt Unterstützung von vielen Leuten und an der Schule kümmerten sich alle Lehrer um den armen, heimatlosen Swissi.
Nach etwa zwei Wochen entschied sich die Familie Ward (die Familie von Ollie, einem sehr guten Freunden von mir), mich bei sich auf zu nehmen. Auch meine neue Gastmutter kannte ich schon, weil sie eine Englischlehrerin für Austauschschüler ist. Am Montag packte ich dann alle meine Sachen (die sich seit meiner Ankunft verdoppelt haben) und machte mich auf in meine neue Heimat Kihikihi. Das ehemalige Maori Dorf, das nach einer exotischen Mücke benannt wurde, ist 10 Autominuten von Te Awamutu entfernt. ImageMeine neuen Gasteltern sind Kirsten und Max. Max arbeitet für die Gemeinde und ist ein sehr guter Schlagzeuger in mehreren Bands. Er ist ein sehr passionierter Gärtner. Kirsten arbeitet, wie geschrieben, als Englischlehrer am College. Ihr grosses Hobby ist Kochen und Backen. Die beiden gehen auch oft zusammen Velo fahren. Meine beiden Zwillingsgastschwestern Kate und Gema sind 21 Jahre und leben nicht mehr zu Hause. Kate arbeitet auf der Man Island in Australien als Koch und Gema ist eine Hotelangestellte in Taupo. Mein Gastbruder Ollie ist ein Jahr jünger als ich. Er ist ein talentierter Rugby- und Golfspieler. Er ist sehr humorvoll.  Er verbrachte ein Austauschjahr in Australien. Wir vier leben zusammen in einem schönen, von Gärten umgebenen Haus.
 
Musicfestival in Palmerston North
 Das “Music Department” des Te Awamutu College nimmt jedes Jahr am “North Island Music Festival” teil. Wir reisten 7 Stunden in einem Car zum Austragungsort Palmerston North. Unser Weg führte durch den Tongariro National Park mit den drei mächtigen Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Palmi, wie es im Volksmund heisst, liegt etwa 3 Stunden nördlich von Wellington.  Unsere Senior Band (das sind ca. 35 Schüler) logierte in einem Motel. Ich hatte zwei Auftritte, einmal mit einer Band und einmal mit einem Trompeten Ensemble. Wir erhielten 2 Mal Gold für die Band und Silber für das Ensemble. Schlussendlich endeten wir als die erfolgreichste Schule der Insel.
 
Soccer Tournament in Papamoa
Papamoa ist ein Teil von Tauranga, welches an der Ostküste Neuseelands liegt. Unser Soccer Team (Fussball Mannschaft) hatte viel Geld gesammelt, um eine erfolgreiche Saison an einem Turnier abzurunden. Unser Motel lag direkt am Wasser und hatte einen Spa. Auch das Essen war exzellent (Die Frau des Coache spielte Lagermutter). Trotz diesen guten Voraussetzungen verloren wir alle 3 Gruppenspiele mit einem Goal Differenz. Eine Trotzreaktion der ganzen Mannschaft verhalf uns dann aber zu den 3 benötigten Siegen in den KO-Runden, um Platz 9 zu erreichen. Das letzte Spiel gewannen wir im Penalty Schiessen, wobei ich den ersten Penalty versenkte und uns ein manipulierter Schiri zur Hilfe stand (die Frau des Coache). Der Erfolg wurde eine Woche später auf der Farm des Coache ergiebig gefeiert.
 
Outdoor Education Mountainbiking

 Nach einer Woche Schule stand schon wieder der nächste Trip auf dem Programm. Mit dem Schulfach Outdoor Ed gingen wir nach den Kajak- und  Rock Climbing Ausflügen nun mountainbiken. Jeder Schüler hatte eine Tour vorbereitet, die es zu führen galt (wegen meinen Trip-Absenzen musste ich das jedoch nicht machen). Wir verbrachten den ersten Tag in Taupo und die nächsten zwei in Rotorua. Beide Orte sind von seismischen Aktivitäten geprägt und somit Touristen Mekkas. Die Touren deckten das ganze Spektrum von “Downhill Jump Track” bis “Along The River Cruising” ab.
 
Art Trip nach Wellington
 Mit einigen Sympatiepunkten schaffte ich es auf den nächsten Trip (Ich belege Kunst nicht), was auch die nächste lange Busfahrt mit sich brachte: 9 Stunden  mit extra Unkomfort, weil der Testpassagier wohl keine Beine hatten:). Langweilig oder ruhig war es jedoch nie… 90% Girls on board!Image
Wir übernachteten in einem riesigen modernen Backpacker Hochhaus gegenüber der “Embassy”, dem Premierekino von “Lord of the Rings”. Da das Ganze ein Kunst Trip war, besuchte wir vor allem Galerien und Museen. Das Highlight war das Nationalmuseum “Te Papa”, welches NZ Kunst und Geschichte zusammen bringt.
In meiner Freizeit wollte ich ein bisschen mehr über die boomende Filmindustrie Wellywoods erfahren. Eine Führer (mit Laptop) zeigte mir und zwei anderen Touristen viele Lord of the Rings-Sets. Es handelte sich dabei vor allem um Waldszenen des ersten Filmes, die sich komischerweise mitten in einer Grosstadt abspielten. Ein weiterer Höhepunkt war das schrottreife “King Kong”-Boot Venturer und die Weta-Studios. Der Tag wurde mit einer Step-Dance Show abgerundet.
Wellington wäre ziemlich sicher mein Lieblingswohnort in NZ. Es ist die Stadt der Kunst, der Musik, des Nachlebens und der Studenten.

12 Hours Mountainbiking oder 30 Hours Camping
 Wieder in Taupo und wieder auf dem Mountainbike. Einige meiner Kollegen hatten sich für das Nonstop 12 Stunden MTB Rennen angemeldet. Auch ich war in einem der 2 Teams. Das Ganze fand auf einem grossen Campingplatz in der Nähe der Hukafalls statt. Als ich da ankam, war mir schon bald mal klar, dass es sich mehr um Campingspass, als um Mountainbikequal handelt. Unsere “Campsite” hatte das sagenhafteste Setup des ganzen Platzes: Sofas, Generator, BBQ, Wohnzelt, Schlafzelt, Fernseher und ein biergefüllter Kühlschrank. So leben die stolzen Kiwis ihre Campingtradition. Folgende Personen nahmen dabei teil: Kurt, Chicky, Carl, Jan, Peter, Ryan, Alex, Ollie, Willie, Stiffi und Me. Am Renntag konnten wir alle Varianten von Vollkostüm bis Überhaupt-kein-Kostüm begutachten. Das Ganze war ein Riesenerfolg, da ich mit 4 Runden den Teamrekord markierte!
 

 

 
23:19 | 17.Mai 2012