| Matthias in Neuseeland: Juni 2007 |
|
Schule und Sport in Neuseeland Ich bin nun schon mehr als 5 Monaten ganz an der anderen Seite der Kugel: in Neuseeland. Mir gefällt es sehr gut! Ich lebe mit meinen Gasteltern Judy und Arthur (beide etwa 50 Jahre alt) in einem kleinen, unisolierten, ungeheizten Holzhaus in dem Städtchen Te Awamutu. Ich besuche die dreizehnte Klasse des Colleges, welches direkt neben unserem Haus liegt. Neuseeland ist grundsätzlich ein Sportland, was wohl durch die geographischen Voraussetzungen zu erklären ist. Am Wochenende sah ich das Sportteam, das hier alles an Popularität überragt: Die All Blacks. Die Herren ganz in Schwarz repräsentieren NZs Nationalsport Rugby. Das Stadion in der Nachbarstadt Hamilton war mit 40 000 Leuten voll, auch wenn man nur gegen Kanada spielte. Den Tag davor verbrachte ich mit (Wellen-)Surfen an der Westküste. Dies ist ein sehr beliebter Sport, was mit einer Küstenlänge von gut 15000 km auch nicht verwunderlich ist. Das ganze Land ist voll von Actionsport. In den Osterferien sprang ich Bungy, wo es erfunden wurde und ging Höhlenraften. Das Geld und die Erlaubnis fehlt mir aber leider für Sachen wie Skydiving oder Parasailing. Auch in der Schule kann man den Actionspirit spüren. Im Fach Outdoor Education behandelten wir ein Quartal lang Kayaking und gingen auf einen einwöchigen Trip. Nun sind wir am Klettern. Etwa ein Tag pro Woche wir am Fels verbracht. ![]() Das Verhältnis zwischen Schule und Sportteams ist hier völlig anders aufgegleist. Die Schule organisiert Teams von ca. 40 verschiedenen Sportarten, die das ganze Spektrum von Bowling bis Wrestling abdecken. Da die meisten Sportarten nur für eine bestimmte Zeit dauern, ermöglicht dieses System den grossen Vorteil, dass man mehrere Sportarten ohne grosse organisatorische, zeitliche und finanzielle Aufwände ausüben kann. Ich spiele für das Basketball- und für das Fussballteam und bin Teil des Velo und Mittelstrecken-Leichtathletikteams. Später werde ich wohl mit Rudern anfangen. Der Grund für das grosse Sportangebot der Schule ist wohl das neuseeländische Schulsystem. Mein Stundenplan ist nur etwa halb so lang wie derjenige in der Schweiz. Die Schule startet immer um 9 und endet um 15 Uhr. Man kann maximal 6 Fächer ausüben, wobei alle frei wählbar sind. Meine Fächer machen mir deshalb alle sehr viel Spass. Die Lehrer sind va. in naturwissenschaftlichen Fächer sehr unwissend. Prüfungen werden nicht vom Lehrer korrigiert, sondern direkt in die Hauptstadt Wellington geschickt. Um einen guten Ruf zu kriegen, lässt der Lehrer dann meistens Prüfungen verbessern oder lässt Bücher als Hilfsmittel zu. Meistens direkt nach der Schule wird für die verschiedenen Sportteams trainiert. Vor allem Fussball ist sehr unpopulär in Neuseeland. Ein Beispiel: Vor jedem Heimspiel besammeln wir uns früher um die Goals aufzubauen, sprich: Wir haken mit Zaunpfosten ein Fischernetz an einem Holzbalken ein. Um Linien zu zeichnen tötet man einfach das Gras mit Insektenkillern an den rechten Stellen.Da in den meisten Sportarten gespart wird, steht umso mehr Geld für das Rugby Team zur Verfügung. Ein Kader von 24 Spielern (15 auf dem Feld) ist sogar mit eigenen Anzügen und einem Teamarzt ausgestattet. Letzterer ist jedoch nicht unwichtig, da schlimme Verletzungen schon fast zur Definition dieses Sportes gehören (ein guter Kollege verpasste 3 Wochen Schule wegen einer Hirnverletzung). Eine andere fragewürdige Eigenschaft von Rugby ist die allgegenwärtige Verbindung mit Bier und Partys. Auch Basketball ist hier kein kleiner Sport. Jede Turnhalle hat Parkettboden. Das Basketball Nationalteam Tall Blacks beendete die WM auf dem vierten Platz. In der neuseeländischen Profiliga spielen einige Ex-NBA Spieler. Ich wünsche der Basketball Schule Kriens viel Erfolg und grüsse aus dem Land "vo de andere Site". Matthias Rast
|






Ich bin nun schon mehr als 5 Monaten ganz an der anderen Seite der Kugel: in Neuseeland. Mir gefällt es sehr gut! Ich lebe mit meinen Gasteltern Judy und Arthur (beide etwa 50 Jahre alt) in einem kleinen, unisolierten, ungeheizten Holzhaus in dem Städtchen Te Awamutu. Ich besuche die dreizehnte Klasse des Colleges, welches direkt neben unserem Haus liegt. 
Vor allem Fussball ist sehr unpopulär in Neuseeland. Ein Beispiel: Vor jedem Heimspiel besammeln wir uns früher um die Goals aufzubauen, sprich: Wir haken mit Zaunpfosten ein Fischernetz an einem Holzbalken ein. Um Linien zu zeichnen tötet man einfach das Gras mit Insektenkillern an den rechten Stellen.