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Und schon ist wieder ein Monat vorbei gegangen. Ich habe oft gehört, dass die Zeit nach Neujahr viel schneller vergeht als vorher und das stimmt voll und ganz! Ich weiss echt nicht, wo die Zeit bleibt.
Am 11. Januar ist ein norwegischer Horrorfilm in die Kinos gekommen. Alle sprachen schon lange im Voraus nur über diesen Film. Einer meiner Freunde hatte Geburtstag und wünschte sich, diesen Film zu schauen. Also überwanden wir Mädchen uns und gingen, bewaffnet mit riesigen Schals und einer Menge Süssigkeiten, mit ihm ins Kino. Der Film war dann doch nicht so schlimm, wie die Reklame versprochen hatte. Die Grundidee war ziemlich einfach: 4 Jugendliche von Oslo, die übers Wochenende ins Grüne hinaus fahren. Auf einer Nebenstrasse werden sie von Einheimischen bewusstlos geschlagen. Als sie mitten im Wald aufwachen, ertönt ein Jagdhorn und es ist bald klar, dies ist keine gewöhnliche Jagd, sondern eine Menschenjagd. Der ganze Film ist ziemlich blutig, bringt aber eigentlich keine wirklich neuen Ideen mit sich. Zudem hat er einen offenen Schluss, was ich persönlich nicht mag. Doch es war ein Stück norwegische Kultur und wir hatten einen lustigen Abend zusammen. Am Tag danach fuhr ich mit zwei Kolleginnen und ihren Familien in eine Hütte. Wir mieteten ein Snowboard und waren das ganze Wochenende auf der Piste. Am Abend machten wir es uns dann so richtig gemütlich, so wie es nur die Norweger können. Das Wetter war einfach herrlich und wir hatten eine Menge Spass.
Am 18. Januar war ich zum “Melodi Grand Prix” eingeladen. Dies war die regionale Ausscheidung zum Eurovision Song Contest. Der Vater von meinen Gastschwestern hatte mich eingeladen, da meine Gastschwester im Kinderchor dabei war und weil er in der Nähe wohnt. Wir fuhren direkt nach der Schule zu ihm und meine Gastschwester konnte mir endlich ihr neues Haus und ihre Pferde zeigen. Bald ging es dann auch schon Richtung Konzertsaal, beziehungsweise Sporthalle. Obwohl die Musik mittelmässig war, war es echt spannend für mich zu sehen, wie das so mit einer Live- Übertragung funktioniert. Die Stimmung im Publikum war echt gut. Am nächsten Tag fuhr ich dann wieder nach Hause, weil ich an eine Geburtstagsparty eingeladen war. Dies war eine ziemlich spezielle Party. Doch wir hatten es auf jeden Fall sehr lustig und ich hatte auch die Möglichkeit, mit Leuten aus den anderen Klassen zu sprechen. Ich war dann doch ziemlich überrascht darüber, wie gut die Leute mich kannten. :)
Letztes Wochenende, also vom 31.1 bis am 3.2 hatten wir dann Halbjahrestreffen. Alle Austauschschüler, die jetzt in Norwegen sind, trafen sich in einer Hütte, die ungefähr eine halbe Stunde von meinem Wohnort entfernt ist. Dies war das dritte Treffen, an dem alle teilnahmen und die Stimmung war nun wirklich sehr entspannt und vertrauensvoll. Mit einer ziemlich abenteuerlichen Fahrt ging’s los. Es schneite stark. Der Weg war natürlich nicht allzu gut gemacht und unser Fahrer brauchte einige Anläufe, bis er uns dann wirklich bis ans Ziel brachte. Als wir ausstiegen, wurden wir fast weggeblasen. Doch wir mussten tapfer unsere Langlaufskis an die Beine schnallen und bis zur Hütte fahren. Dort erwartete uns dann einen guten warmen Tee und alles war schon viel besser. Nachdem alle angekommen waren, gingen wir dann warm eingepackt nochmal raus. Wir kletterten aufs Dach und sprangen runter. Dies war echt lustig und wir hatten jede Menge Spass. Als wir mit roten Wangen und kalten Nasen wieder rein kamen, war das Abendessen fertig und wir konnten uns wieder ein bisschen aufwärmen. Ich kriegte leider dann am Abend ein bisschen Fieber und ging daher sehr früh zu Bett. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück spielten wir zuerst Gruppenspiele. Danach wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt und hatten Gespräche. In solchen Disskusionsrunden geht es darum, wie es uns geht, was wir besser machen können und was uns noch so alles erwartet. Es ist eine sehr vertrauensvolle Atmosphäre und man kann da wirklich über Probleme sprechen.
Als wir fertig waren, wurden wir wieder raus in den Schneestrum gejagt, da wir Würste auf dem Feuer grillen sollten. Wir assen dann schlussendlich Schnee mit Würstchen, aber unseren Spass hatten wir trotzdem. Den Abend verbrachten wir mit vielen lustigen gemeinsamen Spielen. Am Samstag hatten wir weitere Gespräche und gingen dann nach dem Mittagessen wieder raus. Das schlechte Wetter hatte aufgehört, die Sonne schien und es war unheimich klar, so dass mann weit über die Landschaft blicken konnte. Ein Mädchen dass in Tromsø wohnt, dies ist eine Stadt sehr hoch oben im Norden, fing an zu weinen, als es die Sonne so hoch am Himmel stehen sah. Für sie war das einfach so schön. Denn das letzte mal, als sie die Sonne sah, war das gerade mal für 5 Minuten!
Als wir wieder rein kamen, wartete eine Norwegischprobe mit 100 Fragen auf uns. Diese war dafür da, um zu sehen, wie gut wir Norwegisch gelernt haben und wo wir noch üben müssen. Ich war 4. Beste von allen und war doch ziemlich erleichtert. Bei mir ist es so, dass ich gut sprechen kann aber nicht allzu genau auf die Grammatik achte. Nach dem Abendessen hatten wir dann so kleine Sketchs, die echt lustig waren. Sie handelten alle von typisch norwegischen Sachen und wir hatten schon jede Menge Spass beim einüben. Damit konnten wir dann auch viele Lacher bei unseren Leitern hervorzaubern. Danach gabs dann einen ganzen Tisch voll Süssigkeiten aus allen Ländern, denn alle hatten eine Süssigkeit aus dem Heimland mitgenommen. In Norwegen ist es so, dass die Kinder nur am Wochenende Süssigkeiten kriegen. Wir waren alle ziemlich lang wach und konnten einen wunderschönen Sternenhimmel bewundern. Doch viel zu schnell wurde es dann auch schon Sonntag und nach einigen wenigen Stunden Schlaf mussten wir unser letztes Frühstück miteinander verspeisen. Danach hiess es dann, von den ersten Abschied zu nehmen, denn die aus Nordnorwegen hatten einen langen Weg vor sich. Und viel zu schnell wurde es dann auch für mich Zeit, Abschied zu nehmen und mir wurde plötzlich schmerzhaft bewusst, dass ich einige erst kurz vor meiner Abreise in weniger als einem halben Jahr wieder sehen werde!
Im Moment scheint die Zeit einfach nur so zu rasen und es gäbe da noch so viele wunderschöne und lustige Ereignisse die ich euch schildern könnte, doch aus Platz und Zeitmangel sind halt hier nur die grossen Highlights hingekommen. Das Halbjahrestreffen wurde überigens auch gefilmt und es kam heute eine Reportage in den Nachrichten. Zudem war eine Doppelseite in der Lokalzeitung uns gewidmet. :)
Mit herzlichen Grüssen aus dem hohen Norden Eure Isabelle

Februar 2008
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