50 years YFU Switzerland
Isabelle in Norwegen: November 2007
Ja hallo, hier kommt mein Novemberbericht! :)

Also, als erstes möchte ich über ein Ereignis schreiben, das streng genommen im Oktober passiert ist: Halloween. Der Tag startete mit einer Norwegisch Probe. Dies war eine ganz spezielle Probe, wir konnten sie nämlich zu Hause schreiben und dann übers Internet abgeben. Für mich war dies eine völlig neue Erfahrung, die ich eigentlich ziemlich lustig fand.
Am Abend hatten wir dann Abschlussfeier der Fussballsaison. Wir gingen Gokart fahren und Pizza essen. Es war eine sehr vergnügliche Zeit und ich hatte endlich auch mal die Möglichkeit, ein bisschen mehr mit meinen Mitspielerinnen zu plaudern.
Nach diesem Anlass war mein Tag aber noch nicht zu Ende. Nein, es ging erst richtig los! Eine Kollegin vom Fussballclub und ich fuhren direkt zu meiner Nachbarin Åslaug. Dort verkleideten wir uns und machten ganz viele Bilder. Danach schauten wir uns einen Horrorfilm an, der wie sich dann herausstellte, gar nicht gruselig war. Der ganze Film war so schlecht aufgebaut, dass wir einfach nur lachen konnten. Aber wir hatten es trotzdem sehr lustig und ich ging gutgelaunt und ziemlich spät nach Hause.

Ein weiteres sehr positives Ereignis war für mich, als ich die Unterstufe besuchte. Diese hatte eine „internationale Woche“ und ich wurde angefragt, ob ich Lust hätte, ein wenig über die Schweiz zu erzählen. Ich hatte Lust und so fuhr ich mit meinen Gastschwestern in die Schule, wo ich im Ganzen 4 Klassen besuchte. Ich erzählte ihnen von meinem Leben in der Schweiz, von unserem Schulsystem und von den grössten Unterschieden zwischen der Schweiz und Norwegen. Es war einfach überwältigend, wie interessiert diese Kinder waren und wie viele Fragen sie mir stellten. Die Fragen waren manchmal sogar ziemlich schwierig zu beantworten! (Ich weiss zum Beispiel nicht allzu viel darüber, wo man am besten Fischen und Jagen kann:)) Für mich war es auch ein sehr motivierendes Erlebnis, weil ich merkte, dass ich nun schon so weit bin, dass ich mit diesen norwegischen Kindern so sprechen kann, dass sie mich verstehen und ich verstehe ihre Fragen (wenn sie nicht gerade in zu breitem Dialekt gestellt werden).
Als ich die Schule verliess, wurde ich von allen Kindern sehr süss verabschiedet und ein Mädchen rannte mir sogar nach, um mir eine Abschiedumarmung zu geben. Dieses Erlebnis war für mich sehr positiv und tat mir gut!

Vor kurzem fuhren wir dann auch wieder mal zu unserer Hütte in Trysil. Dort hatte es schon genug Schnee, um die Skis hervor zu holen. Am Morgen holten wir zuerst unsere Langlaufski heraus und fuhren zur nächsten Loipe. Für mich war es das erste Mal, dass ich Langlaufski von nahem gesehen habe. Das war natürlich sehr lustig für meine Gastschwestern. Doch sie halfen mir dann ganz lieb, die Ski an meine Füsse zu schnallen. Sie zeigten mir das Grundlegende und liessen mich dann einfach machen. Und zu meiner Überraschung ging es besser, als ich gedacht habe und ich hatte sogar richtigen Spass! :)
Nachdem ich ca. 9km gefahren war, war ich ziemlich müde und wir fuhren zurück zu unserer Hütte zum Lunch essen. Nachdem wir satt waren und uns ein wenig ausgeruht hatten, zogen wir uns warm an und fuhren zum nahe gelegenen Skigebiet. Es war einfach herrlich, wieder auf dem Snowboard zu stehen. Wir  hatten alle riesigen Spass. Die Sonne schien und der Schnee glitzerte, es war einfach perfekt! :)
Als wir dann genug hatten, fuhren wir in die Hütte zurück und machten es uns mit Gløgg und belegten Broten gemütlich. Gløgg ist ein süsses, warmes Getränk, das die Nordmänner in der Adventszeit trinken.

In meinem letzten Bericht schrieb ich, dass ich ein bisschen Bange dem Monat November entgegen blicke. Doch für mich persönlich ist dieser Monat erstaunlich positiv und friedlich verlaufen. Ich habe den Eindruck, dass ich nun ein bisschen mehr mit meiner Gastfamilie zusammengewachsen bin. Wir sind uns nicht mehr so fremd und es kommt jetzt öfters vor, dass ich mit einer meiner Gastschwester zusammen auf dem Sofa liege, oder dass ich noch ein wenig mit ihnen plaudre, bevor sie schlafen gehen. Auch an meine Gastmutter habe ich mich gewöhnt. Ich kenne ihre Art jetzt ein wenig besser und kann mit verschiedenen Situationen besser umgehen.

Auf den Monat Dezember freue mich schon sehr, denn ich finde im Dezember sind die meisten Menschen gut gelaunt und alle freuen sich auf Weihnachten. Ich freue mich schon auf all die Vorbereitungen, wie zum Beispiel „Güezi“ backen. Und wie es scheint, sind die Nordmänner wirklich sehr gut im Weihnachten feiern. Auf jeden Fall sprechen alle nur noch davon und es scheint echt viele Traditionen zu geben, daher bin ich natürlich gespannt darauf,  zu erleben, wie das hier ist. :)

Ganz liebe Grüss
Eure Isabelle

 
22:54 | 17.Mai 2012