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Hola!
Im Monat September, genauer gesagt am 18., feiern die Chilenen ihren Nationalfeiertag. Diese Festivitäten begannen am 17. September mit dem Hissen der chilenischen Flagge, was jede Familie des Gesetzes wegen machen muss. Am 18. selber musste ich mit meinem Colegio defilieren, wie alle anderen Schulen meiner Stadt und auch alle Angestellten des Staates. Es war eine riesige Parade mit Musik und tausenden von Leuten. Als dieses Spektakel beendet war, gab es in meinem Haus ein grosses Empanadaessen. Empanadas sind frittierte Teigtaschen gefüllt mit Fleisch, Fisch oder Käse und sind sehr typisch für Chile. Es ist unglaublich, dass sich die Chilenen in der Woche des Nationalfeiertags praktisch nur von Empanadas ernähren. Viele Familien gehen in diesen Tagen ihre Verwandten besuchen, so auch ich. Ich hatte das grosse Glück, dass mein Gastonkel mich und meine Schwester für drei Tage nach Villarrica eingeladen hat. Diese Stadt ist ungefähr eine Autostunde von Pitrufquén entfernt und hat einen sehr berühmten Vulkan mit dem selben Namen wie die Stadt. Es war für mich sehr eindrücklich und schön, diesen weissen Riesen zu sehen. Ich konnte gar nicht genug von diesem Anblick bekommen. Auch sonst waren diese drei Tage sehr spannend, ich besuchte unter anderem Thermen mit warmem Wasser und einen grossen Markt mit chilenischem Handwerk. In der Woche nach dem Nationalfeiertag war die Woche meiner Schule. Hier ist es üblich, dass in der Woche des Geburtstages der Schule spezielle Aktivitäten stattfinden. Es werden Mannschaften geformt, die in verschiedenen Spielen gegeneinander antreten. Neben üblichen Sportarten wie Fussball oder Volleyball gab es auch spezielle Wettkämpfe, wie zum Beispiel wer die schönsten Beine hat oder das Drehen eines Musikvideoclips. Für jede Mannschaft traten Schüler an, die Punkte gewinnen konnten. Am Ende der Woche durfte sich die Gewinnermannschaft etwas von der Schule wünschen, dieses Jahr lautete der Wunsch: „Ein Monat dürfen alle Schüler der Gewinnermannschaft mit Strassenkleidung zur Schule kommen.“ (Normalerweise muss die Schuluniform getragen werden). Die Woche war sehr amüsant für mich und ich war erstaunt, wie wetteifrig die Schüler an den Spielen teilgenommen haben. Ansonsten integriere ich mich immer mehr in die chilenische Kultur. Auch die Sprache ist seit einigen Wochen kein grosses Hindernis mehr, zumindest was das Verständnis angeht. Ich fühle mich sehr wohl hier und habe auch schon einige sehr gute Freunde gefunden, die mir bei Problemen jeglicher Form behilflich sind. Saludos Flavia
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