50 years YFU Switzerland
Flavia in Chile: Oktober 2008

Hola!

Schon wieder ist ein Monat vergangen, aus dem ich euch einiges berichten kann.

Zuerst einmal kann ich sagen, dass es mir immernoch sehr gut geht hier in Chile und dass ich mich schon in den Alltag hier eingelebt habe. Was mich momentan am meisten freut, ist, dass ich mich mit beinahe allen meinen Mitmenschen hier problemlos auf Spanisch unterhalten kann.

Jetzt erzähle ich euch von meinen Erlebnissen in diesem Monat.

ImageIn meinem Colegio gibt es eine Gruppierung von Schülern, die Pastoral heisst. Es ist eine christliche Gruppe, die während dem ganzen Jahr verschiedene Aktivitäten durchführt. Der Höhepunkt des Jahres stellt dabei eine Reise nach Los Andes dar, das ungefähr zwei Stunden nördlich von Santiago liegt. Dort findet nähmlich jedes Jahr ein Treffen von tausenden von jugendlichen Christen statt, die gemeinsam eine Messe unter freiem Himmel besuchen. Dank meiner Schwester, die Mitglied in diesem Pastoral ist, durfte ich mit auf diese Reise. Mit einem Reisebus fuhren wir, das waren 40 Jugendliche und zwei Lehrpersonen, wärend neun Stunden von Pitrufquen aus nach Santiago. Um acht Uhr Morgens kamen wir also in der Hauptstadt Chiles an. Zuerst besuchten wir eine riesige Kirche im Zentrum Santiagos, danach assen wir auf einem Hügel zu Mittag. Dann machten wir uns auf den Weg nach Los Andes. Dort angekommen bekam ich am eigenen Leibe zu spüren, dass ich nun wirklich im Norden Chiles bin, denn die Temperatur lag bei 35 Grad Celsius. In dieser Hitze hielten Pfarrer aus allen Teilen des Landes Predigten, es wurde aber auch gesungen und getanzt. Für mich als nicht sehr religiöse Person war es eindrücklich zu sehen, was für Strapazen gewisse Jugendliche auf sich genommen haben, nur um zwei Stunden einer Messe zu folgen. So habe ich zum Beispiel Leute getroffen, die von Punta Arenas (welches ganz im Süden Chiles liegt) nach Los Andes gereist waren. Am Abend fuhren wir dann sehr erschöpft, aber glücklich zurück nach Pitrufquen.Image

In diesem Monat fanden ausserdem die Wahlen für die Alcalde und Concejale statt. Dies zeigte sich schon Wochen vor dem Wahltag, denn ganz Chile war mit Wahlplakaten zugepflastert. Viele Familien haben vor ihrem Haus ein Plakat ihres Favoriten aufgestellt und im Radio und Fernsehen hört man 24 Stunden am Tag Wahlpropaganda. Die Politiker veranstalteten sogar Shows und schrieben Lieder um Wähler zu gewinnen. Für mich war das ganze anfangs sehr unterhaltsam, jedoch bin ich nun sehr froh, dass der ganze Spuk jetzt vorbei ist.

In der Schule feierten wir zudem den “Dia del profesor”, was soviel bedeuted wie “ Tag des Lehrers”. An diesem Tag bereiten die Schüler für ihren Klassenlehrer etwas zu essen und ein kleines Geschenk vor und der Tag danach ist schulfrei. Das ist wirklich sehr typisch für die Chilenen, sie finden für alles einen Tag an dem sie dann schulfrei machen können :)

Im November werde ich euch sicher wieder viel Neues zu berichten haben und bis dann geniesse ich den heissen Frühling hier in Chile!

 
22:53 | 17.Mai 2012