| Eva in den USA: September 2007 |
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Ich lebe nun seit 7 Wochen in den USA und langsam hat sich der Alltag eingespielt. So sieht ein gewöhnlicher Wochentag in meinem „neuen“ Leben aus: Um acht Uhr morgens läutet mein Wecker. Ich habe eine halbe Stunde Zeit bevor mein Gastvater mich und meine „Schwester“ Sung Hee zur Schule fährt. In den 15 Minuten Autofahrt hören wir Countrymusic und besprechen, wer wie nach Hause kommt. Sung Hee wird heute von unserer Gastmutter Lana abgeholt, da es ihr, mit ihrem vollen Stundenplan, nicht auf den letzten Bus reicht. Mein Stundenplan ist nicht so voll. Ich habe heute nur zwei Schulstunden. Vollbeladen mit Pinseln und Acrylfarben mache ich mich auf den Weg zur „Paintingclass“. Schon von weitem höre ich meine Lehrerin, die bei einem Lied im Radio mit singt. Als ich den Raum betrete, erzählt sie mir freudig, dass sie unsere Bilder im neuen Einkaufscenter ausstellen wird. Voller Stolz beginne ich also an meinem Bild zu arbeiten. Die Zeit vergeht schnell, denn während den ganzen zwei Stunden unterhält uns unsere Lehrerin mit Anekdoten aus ihrem Leben und kleinen Tanzeinlagen. Um zwölf Uhr gehe ich zur Eingangshalle, wo Sung Hee auf mich wartet. Jeden Tag treffen wir uns mit den Austauschschülern, um gemeinsam zu Mittag zu essen. Schon eine halbe Stunde später begebe ich mich zur nächsten Schulstunde. In „Interpersonal Communications“ lerne ich, wie wichtig es ist, dass wir einander gut zuhören. Das meiste davon hat mir jedoch schon mein Psychologielehrer in der Schweiz beigebracht. Das Niveau in unserem College ist vergleichbar mit dem Gymerniveau in der Schweiz. Je näher wir dem Ende der Schulstunde kommen, desto mehr freue ich mich auf mein Nachmittagsprogramm. Um 14.00 Uhr treffe ich mich mit dem Softballteam draussen auf dem Spielfeld. Während dem Aufwärmen, beantworte ich geduldig alle Fragen über die Schweiz: „Mit wie alt könnt ihr legal Alkohol trinken?“, „Mit wie alt könnt ihr Auto fahren?“, „Wie sagt man ‚Shit’ auf Schweizerdeutsch?“. Als Gegenleistung zeigen mir die Mädchen, wie ich den Schläger richtig halten muss und erklären mir die Spielregeln. Nach dem Training nimmt mich Bailey mit dem Auto mit nach Hause. Sie kommt ursprünglich aus Las Vegas und kam nach Galesburg für ein Softballstipendium. Mit ihr und ihren Freundinnen verbringe ich meistens die Wochenenden. Wir treffen uns in einem der Wohnhäuser für Athleten und spielen die ganze Nacht Brettspiele und trinken Sirup. Sobald ich zu Hause angekommen bin, lasse ich die Hündin meines Gastvaters aus ihrem Zwinger und spiele mit ihr im Garten. Ich werfe den Frisbee, sie fängt ihn in der Luft und bringt ihn zurück. So geht es hin und her, bis ich nach einer halben Stunde erschöpft in den Fernsehsessel falle. Sobald meine Gasteltern nach Hause kommen, gibt es Abendessen. Dabei planen wir unsere Reise nach Milwaukee am Wochenende. Dort werden wir uns ein Profibaseballspiel anschauen und anschliessend die erwachsenen Kinder unserer Gasteltern kennen lernen. Nach dem Abendessen setzen wir uns alle vor den Fernseher und essen Cupcakes. Nachdem Ted und Lana vor dem Fernseher eingeschlafen sind, gehen Sung Hee und ich auf unsere Zimmer mit Verbindungstüre und planen unseren nächsten Shoppingausflug nach Chicago. Um zwölf Uhr gehen dann auch wir endlich schlafen. Und so endet ein gewöhnlicher Tag im Leben von Eva in der grossen weiten Welt. Oktober 2007 |






