50 years YFU Switzerland
Eva in den USA: Oktober 2007

In diesem Monat gab es zwei wichtige Events: Mein Geburtstag und Halloween.

Mein Geburtstag war am Mittwoch, 17. Oktober. Ich hatte gehofft, dass ich eine typisch amerikanische Überraschungsparty bekommen würde, wo alle Gäste hinter dem Sofa hervorspringen und "surprise" rufen.
Dies geschah dann leider nicht, aber ich hatte trotzdem einen schönen Tag. Alle meine Freunde und Familienmitglieder aus der Schweiz hatten sich an meinen Geburtstag erinnert und so verbrachte ich den halben Nachmittag am Telefon.
Es wird für mich von mal zu mal schwieriger, von Englisch auf Schweizerdeutsch umzustellen. Ich bin hier mittlerweile so gut integriert, dass ich schon Englisch denke und träume. Ab und zu telefoniere ich mit einem Schweizer YFU Austauschschüler in Wisconsin. Gemeinsam erinnern wir uns dann an lustige schweizer Wörter, die wir schon lange nicht mehr gebraucht haben. Im Gespräch ertappen wir uns auch oft dabei, wie wir unser Heimatland etwas zu sehr verherrlichen. Wir vermissen beide das gute Brot und den Käse von zu Hause.
Weil mir das Essen von zu Hause manchmal fehlt, kochte mir meine Gastmutter an meinem Geburtstag eine Art Älplermakkaronen und ein Freund schenkte mir Schweizer Schokolade. Das war das Highlight an meinem Geburtstag:)
Ein wichtiger Aspekt von diesem Austauschjahr ist, dass man Feiertage einmal in einer anderen Kultur verbringen kann. Geburtstage scheinen in Amerika etwa die gleiche Bedeutung zu haben, wie in der Schweiz: Wir haben "Happy Birthday" gesungen und Kuchen gegessen. Der einzige Unterschied war, dass der Kuchen vom Walmart war und nicht selbstgebacken.

Der zweite grosse Event war Halloween. Der Feiertag ist zwar erst am 31., aber schon am Wochenende zuvor verkleideten wir uns und begleiteten unsere Gasteltern auf eine Party. Sung Hee und ich gingen als Engel und Teufel. Ich war natürlich der Engel:) Ich trug Engelsflügel und einen Heiligenschein und war ganz in weiss gekleidet. Sung Hee hatte einen Dreizack und Hörner. Wir verbrachten den ganzen Abend zusammen und alle wollten uns fotografieren.
Ansonsten verbringe ich nicht mehr soviel Zeit mit meiner Gastschwester. Wir haben uns beide einen unterschiedlichen Freundeskreis aufgebaut. Ich bin am liebsten mit amerikanischen Freunden von der Schule zusammen und sie verbringt viel Zeit mit ihren Landsleuten. Es ist erstaunlich, wie viele Koreaner sie in dieser kleinen Stadt gefunden hat.
Ein Tag vor unserer Halloweenparty hatte sie all ihre Freunde eingeladen und mit ihnen zusammen koreanisch gekocht. Sie hatte extra für mich auf die scharfen Gewürze verzichtet. Als Zeichen meiner Dankbarkeit ass ich dann sogar die getrockneten Sardinen.
Zwei ihrer Freunde begleiteten uns dann auch an die Halloweenparty. Ich war sehr überrascht, wie viele Erwachsene sich tatsächlich verkleidet hatten. Mir scheint es, als ob sie fast mehr Spass an diesem Feiertag haben, als die Kinder. Gegen Ende der Party gab es eine Preisverleihung für das beste Kostüm. Meine Gastschwester und ich verloren knapp gegen ein Ehepaar, verkleidet als Mexikaner und Grenzwächterin. Mir persönlich gefiel das Kostüm meines Gastvaters am besten. Er kam als biertrinkender Deutscher und trug den ganzen Abend einen Hut, den er am Oktoberfest in München gekauft hatte.
Nächsten Monat steht schon wieder ein Feiertag vor der Tür: Thanksgiving. Darüber werde ich dann hoffentlich auch etwas zu erzählen haben.

 

 
22:47 | 17.Mai 2012