|
Am Anfang dieses Monats begann die Basketballsaison an unserem College. College Sport Events sind fast beliebter, als die professionellen Spiele. “Die Collegegames sind viel interessanter, weil die Spieler mit Herzblut dabei sind und nicht, weil sie dafür bezahlt werden,” hat mir eine meiner Freundinnen erklärt. Sie spielt selber Basketball und erreichte letztes Jahr mit unserem Collegeteam sogar den 4. Platz an den Meisterschaften. Da das Frauenteam eine so gute letzte Saison hatte, sind die Spiele noch viel beliebter als normalerweise. Die Zuschauerplätze sind meistens ausverkauft und nach jedem Spiel erscheint ein langer Zeitungsbericht. Von dieser Popularität kann unser Softballteam gut profitieren. Wir haben einen Imbissstand aufgestellt, wo wir in den Pausen Snacks und Popcorn verkaufen. Damit wollen wir uns die Reise nach Florida finanzieren, wo wir im Frühling an einem Turnier teilnehmen werden. Die Basketballspiele beginnen meistens gleich nach meiner letzten Schulstunde und dauern bis spät Abends. So bin ich oft bis zu zwölf Stunden in der Schule. Das ist aber kein Problem, denn so lerne ich viele Leute kennen.
Am 22. November feierte ich mein erstes Thanksgiving. Da ich immer weniger zu Hause bin, kam dieser Feiertag ganz gelegen. Wir hatten am Donnerstag und Freitag keine Schule und konnten das ganze Wochenende zu Hause verbringen. Schon am Tag vor Thanksgiving begannen wir mit den Vorbereitungen. Da die ganze Familie meiner Gastmutter eingeladen war, musste das Haus blitz blank geputzt sein. Ausserdem mussten wir ein Menu für zwölf Leute zubereiten. Viele nennen Thanksgiving hier auch den “Turkey-day”, weshalb ein grosser Truthahn natürlich nicht fehlen durfte. Dazu gab es Kartoffelstock und Kürbiskuchen. All unsere Gäste kamen in Trainerhosen zum essen, denn so konnten sie ihre Bäuche besser füllen als in den engen Jeans. Es war ein wunderbares Fest und ich hatte endlich die Gelegenheit, auch den Rest meiner Gastfamilie kennen zu lernen. Am meisten Spass hatte ich mit den Kindern meiner Gasteltern. Wir hatten sie beide schon vor Thanksgiving kennen gelernt, aber an diesem Fest konnten wir endlich etwas mehr Zeit zusammen verbringen. Becca ist 24 und arbeitet als Köchin in Chicago. Teddy, ihr 27-jähriger Sohn, lebt mit seiner Freundin in Milwaukee.
Becca musste schon am Abend nach Thanksgiving wieder zurück nach Chicago, aber Teddy blieb das ganze Wochenende. Mit seiner Hilfe planten Sung Hee und ich endlich unseren Trip nach New York. Wir hatten schon lange immer wieder von dieser Idee gesprochen, aber keine von uns hatte die Initiative ergriffen. Teddy half uns einen billigen Flug zu buchen und wir fanden ein Hostel in der Nähe vom Central Park. Pascal, ein YFU Austauschschüler aus Wisconsin, wird uns nach New York begleiten. Zwei Tage später telefonierte ich mit Sandra, einer YFU Austauschschülerin aus Illinois. Wir fanden heraus, dass wir uns gerade zur gleichen Zeit in New York aufhalten werden. Ohne es voneinander zu wissen, hatten wir die gleichen Reisepläne für die Weihnachtsferien geschmiedet. Kurz darauf fand Sung Hee heraus, dass auch ihre koreanischen Freunde aus Kalifornien zu dieser Zeit in New York sein werden. Alles in allem werden wir also etwa zehn Leute sein. Auf diese Reise freue ich mich schon ganz fest und werde hoffentlich im nächsten Eintrag viel davon zu erzählen haben!
|