50 years YFU Switzerland
Eva in den USA: Februar 2008

Der Februar ging vorbei wie im Flug. Ein Highlight war, als Sandra zu Besuch kam. Sie ist eine Austauschschülerin, die im Moment auch in Illinois lebt. Wir kommen beide aus Bern, haben uns aber erst durch YFU richtig kennen gelernt. Sandra fuhr fünf Stunden mit dem Auto nach Galesburg und verbrachte das ganze Wochenende mit mir. Ich zeigte ihr unser kleines Städtchen, das ihr im Vergleich zu ihrem temporären zu Hause, riesig erschien. Anscheinend bin ich eine der Glücklichen, die in ein etwas lebhafteres Städtchen geschickt worden ist.
Das Wochenende mit Sandra war eine wunderbare Abwechslung vom Schulalltag und es war schön, endlich wieder einmal Schweizerdeutsch zu sprechen.

Ein weiteres Highlight im Februar war, als ich mit meinen Gasteltern nach Champaign an ein Basketballspiel durfte. In Champaign befindet sich die University of Illinois, wo der Sohn von Michael Jordan zur Schule geht und auch für das Collegeteam Basketball spielt. Wir gingen dort hin, in der Hoffnung ein wenig Celebrity Sightseeing machen zu können. Michael Jordan kam aber leider nicht zum Spiel seines Sohnes und unsere Plätze waren so weit vom Spielfeld entfernt, dass wir nicht viel sehen konnten. Es ist aber trotzdem immer wieder ein Erlebnis, an einem so grossen Sportevent Teil zu haben.

Nebst all den schönen Erlebnissen im Februar, hatte ich auch noch ein etwas unerfreulicheres Abenteuer: An einem Wochenende entschied ich mich spontan für einen Tag nach Chicago zu gehen. Früh morgens ging ich auf den Zug und plante am gleichen Abend wieder zurück nach Galesburg zu fahren. Ich verbrachte den ganzen Tag mit shoppen und stellte um 17.30 mit Schrecken fest, dass der letzte Zug in einer halben Stunde abfahren würde. Ich war am anderen Ende des Stadtzentrums und rannte den ganzen Weg zum Bahnhof, in der Hoffnung, dass ich den Zug noch knapp erwischen würde. Als ich ausser Atem beim Gleis angekommen war, erklärte mir der Bahnwärter, dass ich den Zug um drei Minuten verpasst habe.

So stand ich also in Chicago, ganz alleine, und hatte keine Ahnung wo ich die Nacht verbringen würde. Verzweifelt rief ich meine Gastschwester an, die in Chicago lebt, und fragte sie, ob ich vielleicht bei ihr schlafen könnte. Sie sagte mir, ich sei willkommen, aber die Toilette in ihrer neuen Wohnung funktioniere noch nicht und sie müsse bis Mitternacht arbeiten. Da ich nicht so lange alleine in der Stadt umherirren wollte, nahm ich ein Taxi zum Restaurant, wo sie als Köchin arbeitet. Dort nahm mein Abenteuer dann doch noch ein positives Ende, da ich mir bis zu ihrem Feierabend gratis den Bauch voll schlagen konnte.
Am nächsten Tag fuhr mich meine Gastschwester dann rechtzeitig zum Bahnhof und zwei Stunden später war ich wieder in Galesburg.
Am selben Tag erwarteten wir meine Zimmernachbarin Sung Hee zurück von ihrer kurzen Reise nach San Francisco. Sie hatte sich ein paar Tage von der Schule freigenommen, um ihre Koreanischen Freunde dort zu besuchen. Als sie mit Verspätung in Chicago landete, verpasste sie ebenfalls den letzten Zug nach Galesburg und hatte dasselbe Erlebnis, wie ich einen Tag zuvor.
Nach einem abenteuerlichen Februar freue ich mich nun auf einen erholsamen März mit Frühlingsferien in Florida und hoffentlich einigen erfolgreichen Softballspielen.   

 

 

 
22:44 | 17.Mai 2012