50 years YFU Switzerland
Eva in den USA: Dezember 2007

Diesen Monat habe ich sehr viel erlebt. Mitte Dezember begannen bei uns die Schulferien. Dies gab mir die Gelegenheit, einmal von Galesburg weg zu kommen und einen anderen Teil von Amerika zu erkunden. Zusammen mit meiner Gastschwester ging ich schon am Tag nach dem Ferienbeginn mit grossen, halb leeren Koffern nach Chicago. Wir wussten beide, dass wir wohl so viele Sachen einkaufen würden, dass sie am Ende unserer Reise prall gefüllt sein werden.

Die Reise nach Chicago war erstaunlich leicht. Sie dauerte nur 2,5 Stunde. Ich nahm mir vor, dies in Zukunft viel öfter zu tun. Der Zug ist billig und ich habe jeder Zeit eine Schlafgelegenheit bei der Tochter meiner Gasteltern. Sie holte uns auch vom Bahnhof ab und fuhr uns zu ihrer Wohnung. Auf dem Weg kauften wir uns noch schnell einen Hamburger bei McDonalds, da wir keine Lust hatten, uns Abendessen zu kochen.  

Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, denn unsere Reise ging weiter. Von Chicago Midway aus flogen wir nach New York, um dort eine Woche in einem billigen Hostel zu verbringen. Unsere Erwartungen an das Hostel waren nicht sehr hoch und deshalb waren wir auch nicht enttäuscht als unser Zimmer einer Gefängniszelle ähnlich aussah. Wir übernachteten in einem kahlen Raum mit zwei unbequemen Hochbetten. Die Toilette teilten wir mit den anderen Hostelgästen und in der Nacht wurde es so kalt im Zimmer, dass ich mit meiner Mütze ins Bett ging. Das Zimmer teilten wir mit zwei weiteren Leuten: Pascal der schon am Flughafen in Chicago zu uns gestossen war und ein Engländer namens Jonathan. Wir alle waren der Meinung, dass wir lieber einen billigen, nicht so luxuriösen Schlafplatz haben und dafür unser Budget für andere Zwecke verwenden können. Zum Beispiel shoppen:)

Jeden Tag liefen wir Stunden lang durch die Strassen von Manhattan. Wir besuchten das MOMA, spazierten im Central Park und fuhren mit der Fähre nach Staten Island. Den Rest der Zeit verbrachten wir mit shoppen und essen. Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen assen wir immer Fastfood. Am Ende der Woche waren wir alle erschöpft von den vielen Leuten in New York und ich freute mich auf einen etwas ruhigeren Ferienrest in Galesburg, mit viel mehr Früchte und weniger Hamburger.  

Am Tag vor Heilig Abend kamen wir endlich wieder in Galesburg an. Während Sung Hee und ich weg waren, hatten unsere Gasteltern den Rest der Weihnachtsdekoration aufgehängt. Das ganze Haus war nun voll gestopft mit farbigen Lichterketten und Tannzweigen aus Plastik. Am nächsten Tag, an Heilig Abend, weckte mich meine Gastmutter und die ganze Familie traf sich zu einem feierlichen Mittagessen in einem Fastfoodrestaurant. Anscheinend konnte ich nicht einmal an Heilig Abend den Hamburgern entkommen. Ich stellte mich schon auf ein sehr nüchternes Weihnachtsfest ein, ganz anders als ich es von der Schweiz her kenne. Als es dann aber Abend wurde, kamen wir dann doch in festlichere Stimmung. Die Gasteltern kochten ein gutes Essen, danach zündeten wir ein paar Kerzen an und öffneten die Geschenke. Ich bekam viel mehr als ich erwartet hatte. Sogar die erwachsenen Kinder meiner Gasteltern hatten ein Geschenk für mich. Ich bekam endlich meinen eigenen Softballhandschuh und einen Ball.

Jetzt freue ich mich noch viel mehr auf die kommende Softballsaison und hoffentlich lässt mich der Coach dann auch an ein paar Spielen teilnehmen!

 

 
22:42 | 17.Mai 2012