| Eva in den USA: August 2007 |
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Welcome to America! Ich bin jetzt seit zwei Wochen in Amerika und habe schon einiges erlebt. Wetter von erdrückender Hitze bis zum Tornado. Menschen aus der ganzen Welt, Harley Davidson T-Shirts und natürlich Fastfood. Am 13. August wurde ich um 6 Uhr morgens geweckt. Schwer beladen mit zwei grossen Koffern und einem Rucksack reiste ich mit meiner Familie nach Zürich-Kloten. Dort wartete bereits eine YFU Austauschschülerin auf mich mit der ich dann den Flug nach Frankfurt und Chicago antrat. Alles lief reibungslos, obwohl wir in Frankfurt etwas unter Zeitdruck kamen. Ich bin noch nie alleine geflogen und deshalb war ich froh eine Begleiterin zu haben. In Chicago mussten wir uns dann aber schon wieder verabschieden. Dort musste ich 6 Stunden auf meinen Flug nach Peoria warten. Die Zeit ging schnell vorbei. Als ich einer Verkäuferin im Flughafen von meiner Schweizer Schokolade anbot, hatte ich schon eine nette Gesprächspartnerin gefunden. Nach der 24 stündigen Reise von Bern nach Galesburg kam ich endlich bei meiner Gastfamilie an. Ich war so müde, dass wir uns nur kurz begrüssten und dann ging ich schon schlafen. Nachdem ich ausgeschlafen war, konnte ich endlich meine neue Umgebung erkunden. Schon am ersten Tag hatte ich die ganze Stadt gesehen und dazu noch das College besichtigt. Dies gibt euch vielleicht einen Eindruck wie klein Galesburg ist. Das verschlafene Städtchen ist zwar auf eine eher grosse Fläche verteilt, aber es gibt hier so wenig zu sehen, dass ich mich nach einem Tag schon fast besser auskannte als in meiner Heimatstadt. Natürlich war ich auch sehr gespannt auf meine Gastfamilie. Mein Gastvater Ted ist Finanzberater und ein typischer Amerikaner. Er hat einen dicken Bauch, liebt seinen Grossbildfernseher und schenkte mir zur Begrüssung ein Harley Davidson T-Shirt. Meine Gastmutter Lana ist pensioniert, arbeitet aber ab und zu in einem Kaffeehaus. Ted und Lana sind beide sehr humorvoll, lieb und etwas zerstreut. Sie haben zwei erwachsene Kinder und wollten wieder etwas mehr Leben ins Haus bringen. Deshalb nahmen sie gleich zwei Austauschschülerinnen auf. Sung Hee ist Koreanerin und lebt im Zimmer neben mir. Als ich nach drei Tagen endlich ihren Namen aussprechen konnte, verstanden wir uns prächtig. Erst war ich nicht begeistert von der Idee mit einer anderen Austauschschülerin zusammen zu leben. Ich hatte Angst, dass mein Englisch dadurch nur noch schlechter werden würde. Aber mittlerweile bin ich sogar froh, dass ich eine ständige Begleiterin habe. Hier ist es gar nicht so einfach gleichaltrige Menschen kennen zu lernen. An meinem College hat es viele erwachsene Studenten, die eine Zweitausbildung machen. Dafür habe ich in den anderen YFU Schülern an meinem College sehr gute Freunde gefunden. Lisanne ist eine rebellische Holländerin, Kai ein offener und aufgestellter Chinese und Kyong Yong ist ein lieber, scheuer Koreaner. Wir sind eine farbenfrohe Gruppe und verbringen fast jeden Tag zusammen. Am Donnerstag assen wir gemeinsam zu Mittag im College, dann ging jeder wieder in seine Klasse. Ich hatte „Interpersonal Communications“ bei einer humorvollen jungen Lehrerin. Normalerweise hören ihr im Unterricht alle gespannt zu, doch an diesem Tag wurden wir vom Wetter abgelenkt. Zuerst zogen dunkle Wolken auf und es begann zu winden. Wenige Sekunden später fiel ein Regen wie die Sintflut und es stürmte so heftig, dass ganze Äste an unserem Fenster vorbeiflogen. Dann ging auf einmal der Alarm los und alle Schüler wurden aufgerufen, sich in die unteren Gänge des Gebäudes zu begeben. Dort mussten wir warten, bis der Sturm vorbei war. Darauf hin musste die Schule für zwei Tage geschlossen werden. Mehr als die Hälfte der Stadt hatte keinen Strom mehr. Auf den Strassen lagen Bäume, Autos waren teilweise zertrümmert und Häuser beschädigt. Während sich unsere Nachbarn mit Öllampen und Dosensuppe abfinden mussten, war unser grösster Schaden ein kaputter Blumentopf. Meine Gasteltern waren zu der Zeit in Las Vegas in den Ferien. Als ich ihnen vom Sturm erzählte sagten sie nur eins: „Welcome to America“ |






