| Carla in den USA: September 2010 |
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Hallo zusammen! In diesem Monat hat für mich die Schule angefangen und sicher seid ihr schon total gespannt, was ich zu erzählen habe. Deshalb werde ich auch gerade mit diesem Teil beginnen. Macht euch auf etwas gefasst, es ist sehr vieles anders!
In den meisten Stunden haben wir nur gesprochen und jene Blätter zum Unterschreiben bekommen. Hier ist man jede Stunde wieder mit anderen Schülern zusammen, was bedeutet, dass man eigentlich ganz auf sich allein gestellt ist. Ich musste nach jeder Stunde wieder irgendjemanden auf dem Gang nach meinem Zimmer fragen, weil ich es nicht fand und man hat nur vier Minuten Zeit das Klassenzimmer zu wechseln! Aber die Schüler sind alle sehr nett, nur ist es ein bisschen schwierig gute Freunde zu finden, weil es sehr lange dauert, bis man mal alle etwas besser kennen gelernt hat. In „Study Hall“ kann man seine Hausaufgaben erledigen, lernen oder einfach mit den anderen sprechen. Ich habe meine Study Hall im Café worüber ich sehr froh bin, denn dort ist man mit viel mehr Schülern zusammen, als wenn man in einem Klassenzimmer ist und man kann sich immer etwas zu Essen und Trinken kaufen. Wenn man zu seinem Kasten oder aufs WC gehen muss (oder du zu spät kommst) braucht man einen „Pass“ auszufüllen, worauf man Namen, Grund und wie lange man weg ist, notieren muss. Dieser wird dann vom Lehrer unterschrieben und beim Zurückkommen wieder abgegeben. Und wenn der Lehrer frühzeitig fertig ist, darf man nicht über die Türschwelle treten, sondern muss einfach im Klassenzimmer sitzen und warten, bis der grauenhaft laute „Piiiiip“ ertönt! Der Grund dafür ist, dass die Schule für alle Kinder von Schulbeginn bis Schulschluss verantwortlich ist und sie nicht will, dass man irgendetwas Dummes anstellt. Deshalb darf man die Schule auch nicht verlassen, bis man nach Hause geht. Das mit dem Öffnen des sehr schmalen Kastens ist übrigens gar nicht so einfach! Jeder hat seinen eigenen Code, aber es braucht eine spezielle Technik um den Kasten wirklich aufzukriegen. Am Anfang hatte ich das noch nicht so im Griff, aber es wird immer besser. :) Die Stunden dauern nur 42 Minuten und deshalb beginnen und enden sie alle zu einer unregelmässigen Zeit, wie zum Beispiel von 9.34 bis 10.16Uhr. Ich weiss die Zeiten immer noch nicht, obwohl ich nun schon ein ganzer Monat hier zur Schule gegangen bin. An manchen Tagen haben wir verlängerten Homeroom, wenn wir beispielsweise über etwas sprechen müssen, etc. Dann ist jede weitere Stunde einfach um ca. fünf Minuten verkürzt, damit man keine Stunde ausfallen lassen muss. Die Schüler sprechen alle extrem schnell und am Anfang hatte ich etwas Mühe, sie zu verstehen, aber mittlerweile habe ich mich mehr oder weniger daran gewöhnt. Auch in den Stunden merke ich die Schwierigkeit mit der Sprache. In Mathematik bin ich sehr gut, weil das nicht viel mit Englisch zu tun hat, in Geschichte jedoch habe ich keinen blassen Schimmer… Insgesamt, glaube ich, wäre die Schule hier jedoch einfacher als das Gymnasium in Zürich.
Neben Sam, Josephine und mir geht noch eine vierte Austauschschülerin in Rocky Hill zur Schule; sie ist aus Deutschland und ich habe sie auch schon kennen gelernt. Man lernt so schnell so viele neue Gesichter und Namen kennen, dass es mit der Zeit ein Durcheinander gibt, wer wer ist. Es ist echt schwer, sich plötzlich so vieles auf einmal zu merken und dann kommt noch dazu, dass man die ganze Zeit ins Englisch umdenken muss. Puh!!! Mittlerweile sage ich etwa zehnmal „Hi“, wenn ich durch die Gänge laufe, weil von überall her höre ich „Hey Carla!“. Für all die anderen ist es einfach, sich mich zu merken, ich bin „the exchange student from Switzerland“. :)
Ich freue mich immer total auf den Freitag, aber nicht nur weil danach das Wochenende kommt, sondern weil freitags während allen Pausen Musik gespielt wird, welche durch die Lautsprecher in den Gängen ertönt. Manchmal sieht man dann plötzlich jemanden singen oder tanzen inmitten des überfüllten Ganges. :) Wirklich, während diesen vier Minuten sind so viele Schüler in den Gängen, dass man manchmal gar nicht aneinander vorbei gehen kann! Momentan laufen total viele Senior Sachen; Texte, Zitate und Fotos für das Yearbook werden gemacht, T-Shirts für die Seniors werden von allen Schülern unterschrieben und „Superlatives“ sind am Laufen (da hat man ein Blatt mit ganz vielen verschiedenen Titel und jedem Titel muss man ein Junge und ein Mädchen zuordnen, zum Beispiel „Best Eyes“ oder „Loudest“ oder „Class Devil“ und und und…). Die Seniors haben sowieso sehr viele Privilegien im Gegensatz zu all den tieferen Klassen. Sie sind die einzigen, die über Mittag draussen sitzen dürfen, sie haben in allem immer die erste Wahl und können über viele Dinge bestimmen, beispielsweise welche Musik jeden Freitag gespielt wird und anderes.
So, nun habe ich sehr viel von der Schule erzählt, aber das ist nicht das einzige, womit ich mich diesen Monat beschäftigt habe. :) Wir waren mit ein paar Freunden aus der Kirche Bowlen, gingen an einen Event in Rhode Island, wo es viele verschiedene Musiker, Bands und eine sehr tolle Tanzfläche hatte (Nina und ich haben uns mit dem Rock’n’roll und ein paar anderen Tänzern amüsiert), hatten eine Party für Josephine’s Geburtstag, waren schon am ersten Wochenende mit einer Freundin aus der Schule in einer grossen Mall shoppen (nicht zu vergessen, die Seniors hier können alle Auto fahren, was überaus praktisch ist), ich lernte Erin, Mike und Kevin kennen (Tochter und Söhne unserer Mom), schon einige Freunde übernachteten bei uns, Josephine und ich machten mit unseren beiden Hostdads übers Wochenende ein Ausflug nach Long Island mit unserem Boot, wo wir sehr viel Spass hatten, wir kauften ein Bike für mich, damit ich wenigstens zur einen Hauptstrasse fahren kann ohne Auto, wir waren ein paar Mal auswärts essen (Pizza, Chinesisch oder Ice Cream), Sam und ich traten dem Jugend-Kirchenchor bei, ich skypte mit ganz vielen Freunden aus der Schweiz, wenn ich Zeit dazu hatte, wir übernachteten bei einer anderen Freundin aus der Schule, hatten ein sehr lustiges Team dinner, gingen mit wieder ein paar anderen Freunden aus der Schule ins Kino, sahen das erste „home football game“ mit den vielen Zuschauern, Cherleaders und der Schulband, und ja so langsam wars das…
Liebe Grüsse aus Rocky Hill und bis bald! Carla |






Jeden Morgen um 6.40 Uhr kommt der berühmte, gelbe, amerikanische Schulbus uns (Sam und mich) und ein paar Nachbarskinder abholen. Er ist sehr holprig, aber zum Glück dauert die Fahrt nicht lange. Um 7.20 Uhr fängt dann die Schule an. Normalerweise geht man zuerst in die erste Stunde und dann in „Homeroom“, aber am ersten Schultag war alles ein bisschen speziell, weshalb wir als erstes in Homeroom gehen mussten. In Homeroom bist du in einem dir zugeteilten Zimmer mit anderen gleichaltrigen Schülern und es dauert nur etwa 10 Minuten. Zuerst stehen alle auf und sprechen „The
Die Mittagspause dauert nur 20 Minuten und das Café ist immer total überfüllt, aber dafür ist die Schule schon um 14.10 Uhr (2:10pm) zu ende. Eigentlich würde dann wieder ein Bus nach Hause fahren, aber ich habe mich entschieden, dem Soccer Team beizutreten. Wir sind insgesamt etwa 30 Mädchen, unter anderem Josephine aus Dänemark. Wir sind gute Freundinnen geworden; sie wird auch für ein ganzes Jahr hier zur Schule gehen. Das Team ist wirklich toll und das Training ist zwar überaus anstrengend, aber es gefällt mir sehr gut. Um 5pm Uhr ist das Training zu Ende und weil Mom auch gerade dann mit der Arbeit fertig ist, kommt sie mich immer bei der Schule abholen.
In Sport haben wir diesen Monat draussen auf dem Feld mit Football spielen begonnen. Es ist echt schwierig den Ball mit dem richtigen Twist zu werfen! Haha, unsere Schule hat praktisch alle möglichen Sportanlagen; Football, Soccer, Rennbahn, Tennisplätze, etc. Mit dem Soccer Team hatten wir schon einige Probespiele gegen Teams von anderen Schulen, wo wir zusammen nach Schulschluss mit dem Bus hinfuhren. In der Mitte des Monats, bevor die richtigen Spiele anfingen, wurden wir in zwei Teams aufgeteilt. Leider habe ich mir im ersten Match den Fuss verstaucht und kann selbst jetzt, zwei Wochen später, noch nicht wieder spielen... Da hatte ich wirklich etwas Pech! Ach!
Mein Tagesplan nach der Schule läuft folgendermassen weiter: Ich mache meine Hausaufgaben, dann gibt es bereits Abendessen und danach schauen wir meistens noch ein wenig TV oder ein DVD und ich führe schön brav mein Tagebuch, was ich mir fest vorgenommen habe für das ganze Jahr.
Leider konnte ich nicht sehr viele Fotos posten, weil meine Kamera sich immer noch bei Nina zu Hause befindet…