| Carla in den USA: August 2010 |
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Hallo!
Mein Austauschjahr hat leider etwas anders angefangen, als ich es mir vorgestellt hatte. Zuerst einmal fiel mir der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden sehr schwer. Mit Tränen in den Augen stieg ich ins Flugzeug und fand meinen Platz ganz hinten bei all den anderen 40 Schweizer-Austauschschülern. Da der Flug so lange dauerte, vertrieben meine Sitznachbarin und ich uns die Zeit mit Filme schauen. Bei der Landung in Washington wurde applaudiert und der Pilot wünschte uns allen ein gutes Jahr, worauf wir kräftig jubelten.
Ich war so müde, dass ich in dieser Nacht wunderbar schlafen konnte, obwohl ich ein etwas mulmiges Gefühl hatte beim Einschlafen. Der Gedanke, dass man nun fast ein ganzes Jahr in diesem Bett schlafen wird, war einfach etwas seltsam. Schon am nächsten Tag kam mein Gastbruder Sam aus Bangladesh am Flughafen an und wir gingen ihn abholen. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten, fuhren wir zu einem XXL Mega-Warenhaus, um die wichtigsten Dinge einzukaufen. Den Nachmittag verbrachten wir bei einem Pool, der in der Nähe des Bootes meiner Gastfamilie ist.
Jeden Sonntagmorgen geht meine Familie in die Kirche. Sie haben zwei verschiedene Gottesdienste; der etwas modernere mit viel Musik zum Mitsingen und der klassische, traditionelle Gottesdienst. Bis jetzt nahm ich nur beim moderneren Gottesdienst teil, welcher mir noch gefallen hat, ausser, dass ich nicht viel von der Rede des Priesters verstanden habe. Am selben Tag waren wir bei einem „Garagenverkauf“, wo mir meine Hostmom einen ganzen Sack voller DVD’s für 10 US Dollar gekauft hat, weil ich so gerne Filme schaue. An diesem Abend bekamen Sam und ich unseren eigenen Hausschlüssel und lernten mit der Alarmanlage umzugehen. Der darauf folgende Tag war ein Strandtag. Wenn wir genug von der Sonne hatten, gingen wir in den Schatten und spielten Kartenspiele. Da Sam und ich mit der besten Freundin meiner Hostmom (die übrigens eine Austauschschülerin aus Luzern hat) mitgingen, standen wir danach alleine vor der Haustür und brachten die Türe nicht auf mit unseren Schlüsseln. Wir dachten schon, dass wir nun warten müssten, bis Mom von der Arbeit nach Hause kommt. Aber dann nach 15 Minuten hat es Sam trotzdem geschafft. Ich kann es dummerweise immer noch nicht, muss es aber noch dringend vor Schulbeginn lernen! :)
Zum Glück jedoch konnte ich mich die nächsten Tage ein wenig ausruhen und es mir in meinem neuen zu Hause gemütlich machen. Gut eine Woche nach Ankunft im neuen Zuhause fuhren wir bereits in die Ferien nach Maine, Ogunquit. Ich hatte eine wundervolle Zeit dort! Die meisten Tage verbrachten wir am unglaublich schönen Strand. Die Differenz von Ebbe und Flut betrug fast zwei Meter, weshalb man bei Ebbe sehr weit ins Meer hineinlaufen und über die grossen Wellen springen konnte. Am ersten Tag hatten wir unsere Badehosen noch nicht an und Nina (aus Luzern) und ich sprangen einfach mit den Kleidern ins Wasser. Wir hatten so viel Spass! :)
Wenn wir gerade dabei sind, was typisch für mich ist, sollte ich vielleicht auch die Aktion in der Karaoke-Bar erwähnen, in der ich „Killing Me Softly“ gesungen habe. Einige meiner Freunde werden wahrscheinlich schmunzeln, wenn sie das lesen… Nicht zuletzt war das Abendessen immer hervorragend. Fast jeden Abend gingen wir auswärts essen. Am letzten Abend waren wir in einem Restaurant mit Valet-Parking, Live-Klaviermusik und einem super Menü. Für das Dessert wählte ich ein riesiges Sundae mit hot chocolate fudge Sauce, it was delicious! Am nächsten Tag, nachdem wir nach Hause kamen, hatten Sam und ich einen Termin in der Schule, um unseren Stundenplan zusammenzustellen. Meiner sieht wie folgt aus: Sports, Ceramics, Philosophy, Study Hall, Chemistry Lab, Chemistry, Lunch, US History, Algebra 2, French 3 und dann kann ich nochmals irgendeine Sportart wählen, was wahrscheinlich „Crosscountry“ (joggen in einer Gruppe) sein wird. Danach nahmen uns zwei Mädchen mit auf eine kurze Tour durch die Schule, damit wir so ungefähr wussten, wo was war. Vieles erinnerte mich tatsächlich an eine High School aus einem Film, das Auditorium beispielsweise. Es ist riesig und die Bühne ist wunderschön! Das Café war überfüllt mit Erstklässern; also ich bin gespannt, wie es wird, wenn noch weitere 600 Schüler dort sein werden! Aber die Schule hat mir wirklich gut gefallen! Wie ich darüber in einer Woche denke, wenn die Schule angefangen hat, müsst ihr wohl nächsten Monat lesen. Heute Morgen waren wir in einem sehr schönen und supergrossen Einkaufszentrum mit den coolsten Shops, die ich je gesehen habe. Und heute Abend kaufen Sam und ich uns endlich unsere Mobiltelefone. Ach ja, natürlich haben wir auch schon Cookies gebacken; hmmm… :) Nun, wie ihr seht, ist in diesem Monat wirklich viel Aufregendes passiert und ich hoffe, es hat euch Spass gemacht, etwas davon mitzukriegen. Bis zum nächsten Monat! Carla |






Wow, das war ein aufregender Monat! Es gäbe unendlich viel zu erzählen. Soviel neue Eindrücke und Erlebnisse. Aber ich beginne mal ganz von vorne.
Nach dieser Vorfreude musste ich jedoch feststellen, dass mein Weiterflug nach Hartford gestrichen wurde. Glücklicherweise waren
Wir essen immer gemeinsam zu Abend und ich musste mich zuerst noch daran gewöhnen, dass vor dem Essen immer ein Gebet gesprochen wird. Ich war übrigens überwältigt vom Haus! Es ist sehr gross, schön und hat einen riesigen Garten, wo unsere zwei Hunde gerne herumschnüffeln. Nebst den Hunden haben wir noch eine Katze und ein papageiähnlicher Vogel, der „hello“ und „hi“ sagen kann. Ich wollte ihm eigentlich beibringen „Carla“ zu sagen, aber das hat er nicht ganz kapiert. :)
Es ist unglaublich aber wahr; schon am vierten Tag machten wir einen Ausflug nach New York City! Wir sahen den Times Square, haben ein Wachsmuseum besucht, gingen im „Forever 21“ einkaufen, waren Mittagessen im „Olive Garden“ und vieles mehr. Für diejenigen, die noch nie einen fantastischen „Original Nr.1 Cheesecake“ gegessen haben: Ihr müsst unbedingt nach NY kommen! Dieser Tag war einfach super.
Jeden Morgen genossen wir unser Frühstück in einem Restaurant namens „The Egg & I“, welches sehr leckere Blueberry-Pancakes hat (sehr empfehlenswert!). An einem Regentag gingen wir in „Outlets-Stores“ shoppen, wo Markenkleider für wenig Geld verkauft werden. Oder wir gingen ins Kino, wo wir „Eat Pray Love“ sahen. Aber das ist noch lange nicht alles! In „Kennebunkport“ kann man das Haus von der Bush-Familie sehen und wir sahen während einem Gottesdienst sogar George W. Bush persönlich!!! OMG das war einfach unfassbar! Eigentlich dachte ich, die Kirche sei der sicherste Ort auf Erden, aber nachdem ich die vielen Bodyguards und Secret-Service gesehen habe, muss ich das vielleicht nochmals überdenken… Maine ist bekannt für den sonst sehr teuren Hummer (Lobster). Wenn man sich also mal in Maine befindet, kann man teils Hummer essen für weniger Geld als ein grosses Menü von McDonalds!
Da Sam seekrank wird, machte ich ohne ihn die „Whale Watch“ Tour. Da fährt man mit einem grossen Schiff ins weite Meer hinaus und hält Ausschau nach Walen und/oder anderen Tieren. Ich hatte Glück und sah sehr viele verschiedene Tiere: Wale, Haie, Delfine, Robben und einen Sonnenfisch (eine Art Wal glaube ich). Dies war ein fantastisches Erlebnis. Ich lernte sogar noch ein paar Leute kennen, was eigentlich nicht sehr erstaunlich bei mir ist, wenn ich irgendwo alleine bin. 